Atomgespräche mit dem Iran noch mindestens bis Freitag

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Die Atomgespräche im Wiener Palais Coburg werden mindestens bis Freitag andauern. Das bestätigten heute mehrere hochrangige Diplomaten unabhängig voneinander gegenüber der APA. Im 13 Jahre andauernden Konflikt wollte die 5+1-Gruppe mit dem Iran ursprünglich bis zur selbst gesetzten Deadline am 30. Juni einen endgültigen Vertrag ausverhandeln.

Weiterhin große Diskrepanzen

Zuletzt wurde jedoch deutlich, dass es noch einige große Diskrepanzen gibt und mehrere Tage zur Beilegung ebendieser notwendig sein werden. „Ja, wir gehen wieder einmal in die Verlängerung, und das ist ein gutes Zeichen. Denn alle wollen ein solides Ergebnis“, meinte ein Diplomat. Die Journalisten sollten sich jedenfalls auf bis zu „zehn intensive Verhandlungstage“ einstellen, ergänzte er.

US-Außenminister John Kerry mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, China, Russland, und dem Iran

APA/Georg Hochmuth

Die Mammutrunde in Wien wurde von US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif eingeläutet. Am Wochenende waren dann auch die Chefdiplomaten aus Paris, Berlin und London, Laurent Fabius, Frank-Walter Steinmeier und Philip Hammond, für einige Stunden in Wien.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird morgen in Wien eintreffen und an den Atomgesprächen teilnehmen. Gegen Ende der Woche werden auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die langjährige Iran-Sonderbeauftragte Catherine Ashton erwartet.

Entscheidende fünfte Runde

Aus informierten Kreisen hieß es, dass Kerry, der heute einige bilaterale Meetings absolviert, durchgehend in Österreich bleiben wird. Er soll morgen die fünfte entscheidende Runde mit seinem iranischen Amtskollegen Sarif absolvieren.

Sarif ist derzeit zu einem eintägigen Konsultationsbesuch nach Teheran geflogen und bekommt dort Anweisungen vom obersten geistlichen Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Dieser hat sowohl in der Atomfrage als auch in allen anderen Belangen das letzte Wort.

Mit Spannung wird erwartet, inwieweit Sarif dem Westen vertrauensbildende Konzessionen hinsichtlich des iranischen Atomprogramms und bei der Inspektion der iranischen Atom- und Militäranlagen machen darf.

Verwirrung um „geheimen“ Brief Obamas

Nach Angaben eines führenden iranischen Parlamentariers hat US-Präsident Barack Obama dem Iran über einen Drittstaat eine Geheimbotschaft in Zusammenhang mit den stockenden Atomverhandlungen zukommen lassen. Die Nachricht sei offenbar während des Besuchs des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi in Teheran überbracht worden, berichtete die halbamtliche iranische Agentur FARS.

Ein US-Regierungsbeamter wies die Berichte indes als „nicht akkurat“ zurück. „Wir haben die schwierige Arbeit der Atomverhandlungen unserem Team an Ort und Stelle in Wien überlassen“, betonte der Beamte.