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Zig Milliarden jährlich

Ökologisch oder profitabel? Diese beiden Unternehmensziele widersprechen einander nicht - jedenfalls nicht, wenn es um den Fischfang geht. US-Forscher sind zu dem überraschend eindeutigen Ergebnis gekommen, dass nachhaltiger Fischfang der Fischereiindustrie deutlich mehr wirtschaftlichen Erfolg bringt als herkömmliche Methoden.

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Die Untersuchung von Wissenschaftlern der Universitäten von Kalifornien in Santa Barbara (UCSB) und Washington, des Environmental Defense Fund (EDF) und der Economist Intelligence Unit (EIU), der Forschungseinheit des Unternehmens, dem auch das britische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ gehört, klingt vielversprechend: Nachhaltiger Fischfang könnte die Gewinne des globalen Fischfangs um 51 Milliarden Dollar jährlich für die nächsten zehn Jahre steigern. Eine Verbesserung der Fischwirtschaft, so der Bericht, sei ein „Gewinn für den Naturschutz, den Fang und die Profite“. Das berichtete die Onlinezeitung Huffington Post.

Tausende Unternehmen untersucht

Untersucht wurden mehr als 4.370 Fischereibetriebe weltweit. Jene, die nachhaltig arbeiten, also darauf achten, dass Arten nicht überfischt werden, und die umweltschädliche Methoden vermeiden, arbeiten laut Studie viel profitabler als die anderen Unternehmen. In jedem untersuchten Land überwogen die Vorteile gegenüber den Kosten deutlich.

Die Erklärung dafür klingt einleuchtend: Das nachhaltige Fischen führt dazu, dass die globale Fischproduktion um 14 Prozent wächst. Das wären um zwölf Millionen Tonnen mehr Meeresfrüchte, heißt es in der Studie. Die Fischer haben also deutlich mehr Bestände zur Verfügung.

Forscher hoffen auf „Weckruf“

Damit hatten die Autoren offenbar selbst nicht gerechnet: „Um ehrlich zu sein, wir haben erwartet, dass es hier maßgebliche Zielkonflikte gibt“, zeigte sich Christopher Costello, Professor der Universität Santa Barbara und einer der Autoren der Studie, überrascht. Man habe bewusst versucht, einmal positive Aspekte zu erforschen und sich nicht darauf zu konzentrieren, dass alles „bergab“ geht, sagte Amanda Leland zur Huffington Post. Costello hofft darauf, dass der Bericht eine Art „Weckruf“ für die Branche ist. „Schauen Sie sich nur diese großen Möglichkeiten an“, so der Wissenschaftler.

Ein Umdenken wäre dringend nötig: Im Mittelmeer etwa sind 93 Prozent der Bestände überfischt, im Schwarzen Meer sind es 86 Prozent. Das zeigte ein Bericht der EU-Kommission für das Jahr 2014. Etwas besser stellt sich die Situation in Nordeuropa dar - dort werden die Fischbestände mittlerweile schonender befischt als in den Jahren davor. Rund die Hälfte aller bewerteten Bestände im Nordostatlantik, der Nordsee und der Ostsee wurde nach dem Bericht in einem langfristig verträglichen Ausmaß befischt. 2009 war das nur bei 14 Prozent der Fall.

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