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Wenn beim Rollkoffer der Rubel rollt

Die Regeln für Größe und Gewicht von Handgepäck bei Fluggesellschaften sind verworren. Was bei der einen erlaubt ist, ist bei der anderen verboten. Nun hat die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) eine neue, um 40 Prozent kleinere, einheitliche Maximalgröße vorgeschlagen. Acht große Airlines sicherten bisher eine Umsetzung der Richtlinie zu - darunter auch die deutsche Lufthansa.

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55 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 20 Zentimeter tief sollten Koffer, Taschen und Rucksäcke maximal sein, wenn sie der Fluggast in die Kabine eines Flugzeugs mitnehmen will, so der IATA-Vorschlag. Ob sich die rund 250 Airlines, die von ihr repäsentiert werden, auch daran halten, ist allein deren Entscheidung, denn die Empfehlung ist nicht verbindlich.

Derzeit keine Änderungen bei AUA geplant

Wie die „Washington Post“ berichtete, sicherten bereits folgende acht großen Flugunternehmen zu, ihre Handgepäcksregeln dahingehend zu ändern: Air China, Avianca, Azul, Cathay Pacific, China Southern, Emirates, Qatar und die deutsche Lufthansa. Wie die IATA auf ihrer Website schrieb, zeigten sich insgesamt 30 bis 40 Prozent der Airlines an den Richtlinien interessiert. Die AUA als Tochter der Lufthansa gehört offenbar nicht dazu. „Derzeit sind keine Änderungen der maximalen Größe des Handgepäcks vorgesehen“, sagte AUA-Pressesprecherin Sandra Bijelic gegenüber ORF.at.

Einheitliche Lösung

Die IATA wolle mit dem Vorschlag auf die vielen unterschiedlichen und oft konfusen Handgepäcksregeln der Airlines reagieren. „Wir wissen, dass die gegenwärtige Situation für die Passagiere sehr frustrierend sein kann“, wird IATA-Vizepräsident Thomas Windmüller auf der Website der Vereinigung zitiert. „Eine vereinbarte, optimale Handgepäckgröße wird helfen, das Problem zu lösen.“ Die neuen Maße sollen allen Fluggästen eine adäquate Ablage ihrer Gepäckstücke gewährleisten. Streit über den ohnehin beschränkten Platz im Fußraum oder unter den Sitzen wäre somit obsolet.

Derzeit kann jede Airline die Gepäcksvorschriften nach Belieben jederzeit ändern. Die Diskrepanzen sind oft eklatant. Während die Lufthansa bei der Serviceklasse Economy bis zu acht Kilo erlaubt, können Passagiere der British Airways 23 Kilo schwere Gepäckstücke mit in die Kabine nehmen. Bei der britischen Fluglinie darf das Handgepäck 63.000 Kubikzentimeter - und damit um rund 40 Prozent mehr, als die neue Richtlinie vorschlägt - fassen.

Zertifiziert mit „Cabin OK“

Sollten sich die neuen Maße im internationalen Flugverkehr durchsetzten, würde der klassische Trolley nicht mehr als Handgepäck durchgehen. Mit den gängigen Maßen 55 mal 40 mal 20 Zentimeter wäre er um fünf Zentimeter zu breit, um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Für Produktionsfirmen von Gepäckstücken könnten sich neue, unerwartete Türen auftun. Die IATA will gemeinsam mit der Gepäckindustrie ein „Cabin OK“-Zertifikat einführen. Koffer, Taschen und Rucksäcke mit diesem Siegel würden garantiert in jedes Passagierflugzeug mitgenommen werden können.

Mit den neuen Maximalgrößen verstoßen mehr handelsübliche Koffer gegen die Größenvorgaben. Bemerkt das der Fluggast erst beim Check-in, kann das teuer werden, besonders, wenn schon Gepäckstücke aufgegeben wurden und das Kontingent somit ausgeschöpft ist. Finanziell könnte es sich für die Airlines also durchaus auszahlen, der neuen Richtlinie zu folgen.

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