Probleme mit der Badeordnung
Die kanadische Stadt Edmonton hat die Meerjungfrauenflosse aus den öffentlichen Schwimmbädern verbannt. Diese spezielle Art der Monoflosse ermöglicht das „Mermaiding“, bei dem Schwimmer sich im Wasser wie Meerjungfrauen fortbewegen. Fans der Sportart protestieren gegen die Entscheidung.
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Die Monoflosse ermutige Schwimmer, zu lange unter Wasser zu bleiben. Die Folge können Black-outs und der Tod durch Ertrinken sein. So begründet die Stadtverwaltung von Edmonton das seit April geltende Verbot in den städtischen Schwimmbädern. Auch in den Schwimmanlagen der Provinz British Columbia ist das „Mermaiding“ Geschichte. Das an die Schwanzflosse eines Fisches erinnernde Beinkleid stellt aus Sicht der dortigen Aufsichtsbehörden eine Gefahr für unerfahrene Schwimmer dar.
Unterschriftenliste übergeben
Befürworter der Sportart laufen Sturm gegen die Entscheidung. Sie befürchten, dass auch andere kanadische Provinzen ein entsprechendes Verbot aussprechen könnten. In Edmonton hat eine Bürgerinitiative 600 Unterschriften für die Aufhebung des Verbots gesammelt. Die Petition wurde den Stadtoberen Ende Mai übergeben.
Unterstützung erhalten die Meerjungfrauen von den Herstellern der Monoflossen. „Ich glaube, ein Black-out kann man auch außerhalb eines Pools bekommen, wenn man nur lang genug die Luft anhält“, schreibt Eric Browning vom US-Unternehmens „Fin Fun Mermaid“ in Anspielung auf die Gründe für das Flossenverbot. Die Stadtverwaltung von Edmonton zeigt sich unbeeindruckt. Am Verbot werde nicht gerüttelt, so ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur „Canadian Press“.
Meerjungfrauentest in Calgary
Einen anderen Weg geht die Stadtverwaltung von Calgary. In deren örtlichen Schwimmbädern sind die Flossen nach wie vor erlaubt. Allerdings prüfen die Bademeister das Können der Flossenschwimmer. Laut einem Bericht der kanadischen CBC News müssen die Meerjungfrauen unter anderem beweisen, dass sie 25 Meter am Stück schwimmen und sich zwei Minuten strampelnd über Wasser halten können.
Rechtliche Schwierigkeiten in Österreich
In Österreich können Interessierte seit dem Vorjahr lernen, elegant wie Walt Disneys Meerjungfrau Arielle durchs Wasser zu gleiten. Das Angebot richte sich hauptsächlich an Kinder, in letzter Zeit nähmen aber auch die Anfragen von Erwachsenen zu, so Gusztav Kovacs von Meerjungfrauenschwimmen.at gegenüber ORF.at.
Probleme bereitet dem Schwimmtrainer weniger die mangelnde Resonanz des Publikums als die Badeordnung in den jeweiligen Schwimmanlagen. In den Wiener Sommerbädern etwa ist die Verwendung von Schwimmflossen, Luftmatratzen und sogar Taucherbrillen laut Badeordnung untersagt. „Wir müssen monatlich neue Bäder finden, in denen wir unsere Kurse an Wochenenden oder unter der Woche abhalten können“, klagte Kovacs.
Training für Bauch, Beine und Po
In den Vereinigten Staaten ist „Mermaiding“ bereits seit den 1960er Jahren ein Begriff. Im US-Bundesstaat Florida führten Meerjungfrauen damals im „Weeki Wachee Springs State Park“ vor prominenten Zusehern wie Elvis Presley ein 30-minütiges Wasserballett auf.
Durch die ungewohnten Bewegungen werden unterschiedliche Muskelpartien beansprucht: „Das ist wie ein Bauch-Beine-Po-Training, nur eben unter Wasser“, so Harald Slauschek von den „Austrian Mermaids“, die ebenfalls Schwimmkurse mit der Monoflosse anbieten.
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