Burmas Marine griff mehr als 700 Flüchtlinge auf

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Die Marine von Burma hat nach Angaben der Regierung mehr als 700 Flüchtlinge von einem überfüllten Fischerboot gerettet. An Bord des Schiffes seien auch 74 Frauen und 45 Kinder gewesen, teilte das Informationsministerium heute mit. Bei den insgesamt 727 Insassen handle es sich um „Bangladescher“.

Die Behörden nutzen diese Bezeichnung sowohl für Flüchtlinge aus Bangladesch als auch für Mitglieder der muslimischen Minderheit der Rohingya, die sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland betrachten.

In den vergangenen Wochen waren mehr als 3.500 Rohingya sowie Bangladescher über das Meer nach Indonesien, Malaysia und Thailand geflohen, etwa 2.500 weitere werden noch auf völlig überfüllten Booten auf hoher See vermutet.

Südostasien will Flüchtlingsströme mit Jobs stoppen

Mit mehr Jobs, Bildung und einer besseren medizinischen Versorgung sollen neue Flüchtlingsdramen in Südostasien verhindert werden. Darauf einigten sich die Teilnehmer einer internationalen Konferenz in Bangkok heute in einer Abschlusserklärung. Das habe auch Burma mitgetragen, betonte ein thailändischer Diplomat. Zusätzlich wollen die Länder einerseits mit Informationskampagnen vor Menschenhändlern warnen, andererseits aber auch mehr Wege für legale Migration finden.

Burma verbittet sich UNO-Kritik

Burma hat sich beim Flüchtlingsgipfel der südostasiatischen Staaten in Thailand gegen die Vorwürfe der Vereinten Nationen (UNO) zur Wehr gesetzt. „Was die Frage der illegalen Einwanderung von Bootsflüchtlingen betrifft, darf man mein Land nicht herausgreifen“, sagte Burmas Delegationsleiter Htin Lynn heute in Bangkok. Er reagierte damit auf die Forderung des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, eine der Grundursachen der Flüchtlingskrise anzugehen und der muslimischen Minderheit der Rohingya die Staatsbürgerschaft zu verleihen.

UNHCR-Vizedirektor Volker Turk hatte Burma zuvor aufgerufen, „die volle Verantwortung für all seine Einwohner zu übernehmen“. Die Staatenlosigkeit der Rohingya müsse beendet werden. Die Rohingya sind als Muslime im mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet sie als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab.