Louis-Vuitton-Konzern will „Le Parisien“ kaufen
Der französische Luxuskonzern LVMH will die Tageszeitung „Le Parisien“ aufkaufen. Der Konzern des Milliardärs Bernard Arnault teilte gestern mit, „exklusive Verhandlungen“ mit der Unternehmerfamilie Amaury begonnen zu haben, der „Le Parisien“ derzeit gehört.
Im Besitz des weltgrößten Luxuskonzerns sind nicht nur die Modemarken Louis Vuitton, Kenzo, Givenchy, der Champagner Moet et Chandon und der Cognac Hennessy, sondern seit 2007 auch die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“.
50 Mio. als Kaufpreis?
LVMH will nun die im Großraum Paris erscheinende Tageszeitung „Le Parisien“ und deren landesweiten Ableger „Aujourd’hui en France“ kaufen, um seine Mediensparte zu stärken. Beide Zeitungen zusammen kommen auf eine Auflage von täglich mehr als 370.000 Exemplaren. Mehr Zeitungen verkauft in Frankreich nur das große Regionalblatt „Ouest-France“.
Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die konservative Tageszeitung „Le Figaro“ berichtete, LVMH wolle für „Le Parisien“, „Aujourd’hui en France“ und das Vertriebsunternehmen Proximy 50 Millionen Euro zahlen.
Verkaufsgespräche schon 2010
Bereits 2010 hatte es mehrere Interessenten an einem Kauf der defizitären Pressesparte der Amaury-Gruppe gegeben. Auch der Rüstungsunternehmer und konservative Politiker Serge Dassault, dem bereits „Le Figaro“ gehört, bot damals mit. Es kam aber zu keiner Einigung.
In Frankreich kämpfen die meisten Zeitungen gegen sinkende Auflagen. Im Zuge der Medienkrise haben in den vergangenen Monate mehrere Zeitungen und Zeitschriften den Besitzer gewechselt, unter anderen das Magazin „Le Nouvel Observateur“, das inzwischen in „L’Obs“ umbenannt wurde, das Magazin „L’Express“ und die Tageszeitung „Liberation“. Der Mischkonzern Lagardere trennte sich zudem von rund einem Dutzend Magazinen.