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„Wird Jahrzehnte dauern“

Die vom verheerenden Erdbeben in Nepal zerstörten Welterbestätten sollen wiedererrichtet werden. „Wir sind relativ zuversichtlich, dass sich viele Anlagen wiederaufbauen lassen“, sagte der UNESCO-Repräsentant in Kathmandu, Christian Manhart, am Montag der dpa.

„Wie haben unzählige Fotos der Anlagen und für alles detaillierte Pläne und Messungen“, sagte der aus Deutschland stammende Experte. „Aber das wird Jahrzehnte dauern und viel Geld kosten“, ergänzte Manhart. „Hier in Kathmandu gibt es sieben Welterbestätten. Sie sind nicht alle zerstört“, berichtete der für Nepal zuständige UNESCO-Experte. „Am schlimmsten hat es den Durbar-Platz in Kathmandu, den Bhaktapur Durbar Square und auch den Patan Durbar Square getroffen.“

Unterschiedlicher Grad an Zerstörung

In Kathmandu seien am Durbar Square „die meisten Tempel vollständig zerstört“, in Bhaktapur mehr als die Hälfte und in Patan auch etwa die Hälfte der Tempel. In den Palästen auf den drei Plätzen wohnten einst Königsfamilien. Erst Ende 2007 schafften die Nepalesen die Monarchie ab und riefen im Folgejahr die Republik aus.

Luftaufnahme von einer Drohne von den Zerstörungen in Nepal

AP/Kishnor Rana

Auch Swayambhunath, ein Tempelkomplex im Westen der Stadt, wurde vom Beben zum Teil verwüstet

Die anderen Anlagen des Weltkulturerbes sind nach ersten Informationen der Kulturorganisation der Vereinten Nationen weniger betroffen. „In Changunarayan scheint einer der Nebentempel zerstört zu sein, aber dafür gibt es noch keine Bestätigung“, sagte UNESCO-Experte Manhart. In Boudhanath sei die Anlage selbst nicht zerstört, „aber der goldene Schirm hat einen langen Sprung“.

„Jeder Tempel braucht einen genauen Plan“

Manhart berichtete, es müsse nun zunächst eine grobe Bestandsaufnahme gemacht werden, der ein Detailplan folge. Damit könne die Schwere der Schäden erfasst werden. Informationen seien schwer zu bekommen, zumal Internet und Telefon noch nicht wieder gut funktionieren. Er selbst habe nach dem Erdbeben noch nicht alle Anlagen inspizieren können.

Luftaufnahme von einer Drohne von den Zerstörungen in Nepal

AP/Kishnor Rana

Ausnahmezustand in Kathmandu

„Zu jedem Tempel muss ein genauer Plan erstellt werden“, sagte der UNESCO-Chef in Kathmandu. „Viele Tempel müssen vollkommen neu aufgebaut werden.“ Die Kulturerbeexperten hofften, „dass die Steinskulpturen, aber auch Holzkonstruktionen unter dem Schutt noch erhalten sind“. Das sei auch nach dem schweren Erdbeben von 1934 in Nepal der Fall gewesen. „Viel konnte wiederverwendet werden, aus den Ziegeln konnten die Mauern wieder neu errichtet werden.“

Hinduismus und Buddhismus

Im Tal von Kathmandu reihen sich auf wenigen Kilometern sieben Weltkulturdenkmäler aneinander. Die vier kunstvoll erbauten Tempel und drei Paläste, die im Jahr 2006 von der UNESCO in das kulturelle Erbe der Menschheit aufgenommen wurden, zeugen von der tief religiösen und politischen Geschichte des armen Himalaya-Staates.

Hinduismus und Buddhismus breiteten sich über die Jahrhunderte in Nepal aus und führten etwa vom fünften Jahrhundert an zum Bau prächtiger Tempel. Zu den Attraktionen in der Hauptstadt Kathmandu gehörte bis zum Erdbeben auch der neunstöckige, 62 Meter hohe Dharahara-Turm. Das Bauwerk stürzte in sich zusammen. Schon das Erdbeben von 1934 hatte den 1826 erbauten Turm zerstört.

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