Protest gegen Arktis-Bohrungen
Im Pazifik haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Bohrinsel des Ölkonzerns Shell geentert, um gegen die Ausbeutung von Rohstoffen in der Arktis zu protestieren. Man wolle dort ausharren, „bis Shell die Ohren aufmacht“, sagte die österreichische Aktivistin Miriam Friedrich.
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Wie Greenpeace am Dienstag mitteilte, waren die sechs Aktivisten bereits am Montag rund 1.500 Kilometer nordwestlich von Hawaii mit ihren Schlauchbooten zu der Plattform „Polar Pioneer“ gelangt und halten sie seitdem besetzt.
Live dabei via Soziale Netzwerke
Die sechs Umweltschützer aus den USA, Deutschland, Neuseeland, Australien, Schweden und Österreich haben laut Greenpeace Verpflegung für mehrere Tage bei sich und kommunizieren während der Aktion über Soziale Netzwerke mit der Außenwelt. „Wir haben es geschafft! Wir sind auf Shells Plattform. Und wir sind nicht allein“, schrieb eine der Aktivistinnen im Kurznachrichtendienst Twitter und forderte die Leser auf, Greenpeace bei dem Vorhaben zu unterstützen.
Arktisches Ökosystem in Gefahr
Nach Angaben eines ihrer Mitstreiter könnte die Plattform „Polar Pioneer“ schon in rund drei Monaten im arktischen Ozean nach Öl bohren. Das unberührte Ökosystem müsse für spätere Generationen und alle dort lebenden Wesen geschützt werden - doch stattdessen versuche Shell, aus dem Abschmelzen des Polareises Profit zu schlagen. Der Konzern vergrößere damit noch „dieses menschengemachte Desaster“.
Direkten Kontakt mit Mitarbeitern des Konzerns habe es noch nicht gegeben. Greenpeace-Aktivisten an Bord der „Esperanza“ seien aber in Verbindung mit dem Unternehmen. „Wir bleiben, bis die Welt unsere Botschaft gehört hat“, sagte Friedrich.
Shell kritisiert „illegale“ Aktion
Eine Sprecherin von Shell bestätigte, dass die Demonstranten „illegal“ auf die Bohrinsel gelangt seien. Durch ihr Verhalten brächten die Aktivisten die Mannschaft der „Polar Pioneer“ und sich selbst in Gefahr. „Wir respektieren ihren Standpunkt und legen Wert auf Dialog“, ergänzte die Sprecherin. Jedoch werde das Unternehmen keine „illegalen Taktiken“ tolerieren. „Stunteinlagen“ gefährdeten lediglich Shells „Vorkehrungen“ für eine „sichere und verantwortungsvolle“ Suche nach Ölvorkommen im Polarmeer.
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