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Fracking-Boom ungebrochen

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach dem Anstieg am Dienstag wieder gesunken. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai 58,23 Dollar (53,7 Euro) und damit 87 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,01 Dollar auf 52,97 Dollar.

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Händler erklärten den Rückgang der Ölpreise mit einer Preisprognose der US-Energiebehörde EIA. Laut EIA könnten die Ölpreise im kommenden Jahr um 15 Dollar je Barrel fallen, sollten die Wirtschaftssanktionen gegen das wichtige Förderland Iran im Zuge eines Abkommens zur Beendigung des Atomstreits aufgehoben werden. Am Vortag hatte noch die Aussicht auf einen weiteren Rückgang der Ölförderung in den USA die Preise gestützt.

US-Ölreserven bleiben hoch

Die Rohstoffexperten von Goldman Sachs gehen jedoch mittlerweile davon aus, dass die Ölreserven in den USA weiter ungewöhnlich hoch bleiben werden. Die Entwicklung der Lagerbestände in der größten Volkswirtschaft der Welt dürfte die Ölpreise nach Einschätzung der Investmentbank bis ins kommende Jahr belasten. In den USA waren die Ölreserven zuletzt auf immer neue Rekordstände geklettert.

Die USA decken bereits einen erheblichen Teil des heimischen Bedarfs mit Schiefergas und Schieferöl ab. Ende 2012 sorgte eine Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) für Aufsehen, die den Vereinigten Staaten für das Jahr 2030 eine vollkommene Unabhängigkeit von Energieträgern aus dem Ausland prophezeite. Schon 2017 könnten die USA demnach Saudi-Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten ablösen, prognostizierte die IEA.

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