Terror: Kenia will somalische Flüchtlinge heimschicken
Nach der Terrorattacke auf eine Universität in Kenia mit 147 Toten will das ostafrikanische Land verstärkt somalische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückschicken. Vor allem das unweit der somalischen Grenze gelegene Flüchtlingscamp Dadaab - das mit 500.000 Bewohnern derzeit größte Lager der Welt - gilt als Hochburg für die Rekrutierung und Ausbildung von Terroristen. Zu dem Blutbad in der Stadt Garissa hatte sich die somalische Islamistenmiliz Al-Schabab bekannt.
„Unschuldige sollen nicht wegen der Islamisten leiden“
„Wir haben Probleme mit den Flüchtlingen, das ist eine Tatsache“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Mwenda Njoka, gestern der dpa. „Wir werden ihre Zahl reduzieren, so dass wir die Camps besser managen können.“ Selbstverständlich würden die Somalier aber nicht in von der Al-Schabab kontrollierte Gebiete geschickt. „Unschuldige Menschen sollen nicht wegen der Islamisten leiden“, so Njoka.
Schließung von Dadaab gefordert
Bereits gestern hatten Vertreter der Bezirke Garissa, Wajir und Mandera die Schließung von Dadaab gefordert. Njoka betonte, das seit fast 25 Jahren bestehende Lager gänzlich zu schließen sei jedoch keine Option.
Kenia hat seit Beginn des Jahres bereits 3.000 Flüchtlinge nach Somalia zurückgebracht. Der Prozess der Repatriierung solle nun aber beschleunigt werden, hieß es. Am Abend war in der Hauptstadt Nairobi eine Mahnwache für die Opfer der Terrorattacke geplant.