Ex-IS-Geisel berichtet von guantanamoähnlichem Lager

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Der Islamische Staat (IS) hat nach Angaben einer seiner ehemaligen Geiseln ein guantanamoähnliches Gefangenenlager eingerichtet.

Der spanische Journalist Javier Espinosa von der Zeitung „El Mundo“ schrieb in einem gestern veröffentlichten Artikel, er sei mit mehr als 20 weiteren Geiseln - Journalisten und humanitäre Helfer aus Europa, den USA und Lateinamerika - in einem Haus nördlich der syrischen Großstadt Aleppo festgehalten worden.

Die Geiselnehmer hätten dort das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba nachbilden wollen, wo die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 „feindliche Kämpfer“ einsperrten.

Exekutionen vorgetäuscht

„Sie sagten uns, wir müssten dort lange bleiben, weil wir die Ersten waren, die sie gefangen genommen haben“, schrieb Espinosa in dem Artikel in „El Mundo“. Drei besonders brutale Wachen hätten wiederholt Exekutionen vorgetäuscht. Manchmal seien Geiseln gezwungen worden, ein Video von der Tötung eines russischen Ingenieurs anzuschauen. Die Wächter hätten gedroht, dass ihnen dasselbe Schicksal drohe.

Espinosa schrieb, der US-Journalist James Foley, der im vergangenen Jahr vom IS getötet wurde, habe ihm berichtet, dass die Dschihadistengruppe lange Zeit vorgehabt habe, ein Lager wie Guantanamo für westliche Geiseln zu schaffen: Sie hätten „ein Hochsicherheitsgefängnis mit Kameras und vielen Wachen“ geplant.