Kairo geht wegen Muslimbrüdern gegen Richter vor
Wegen Unterstützung der verbotenen Muslimbruderschaft sind in Ägypten Justizkreisen zufolge 41 Richter zwangsweise in den Ruhestand geschickt worden. 31 von ihnen hätten eine Erklärung unterschrieben, in der die Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi kritisiert worden sei, berichteten Insider gestern.
Weitere zehn seien aus ihren Ämtern entfernt worden, weil sie vor dem Sturz Mursis den Politiker unterstützt hatten. Mursi steht den Muslimbrüdern nahe und wurde 2013 vom damaligen Armeechef und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gestürzt.
Mit der Absetzung der Richter führten die Behörden ihr hartes Vorgehen gegen die Islamisten fort. Richter dürfen sich in Ägypten politisch nicht engagieren. Menschenrechtler kritisieren aber, dass Juristen, die sich für Sisis Regierung aussprechen, nichts zu befürchten haben. Die Regierung dagegen hat erklärt, die Justiz sei unabhängig und werde nicht beeinflusst.