Terrorallianz: IS nimmt Treueschwur von Boko Haram an

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Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Gefolgschaft der afrikanischen Islamistengruppe Boko Haram angenommen. „Unser Kalif, Gott schütze ihn, hat den Treueschwur unserer Brüder der Boko Haram akzeptiert“, erklärte ein IS-Sprecher gestern in einer Audiobotschaft im Namen von Abu Bakr al-Baghdadi.

Drohung an westliche Städte

Damit eröffne sich für Muslime, die sich nicht dem IS in Syrien oder dem Irak anschließen könnten, eine neue Möglichkeit, „in das Land des Islams auszuwandern und zu kämpfen“. In der Botschaft wurden Berichte über Erfolge der IS-Gegner als falsch zurückgewiesen. Es seien „lediglich einige Dörfer“ zurückerobert worden. Während die Feinde des IS Städte im Irak einnehmen wollten, nehme die Organisation westliche Städte ins Visier - „Paris vor Rom“, erklärte der Sprecher.

Die radikale Sunnitengruppe Boko Haram hat in den vergangenen Jahren Tausende Menschen in Nigeria, Kamerun, dem Tschad und Niger getötet. Sie hat angekündigt, einen islamischen Staat mit strengen religiösen Regeln errichten zu wollen. Am Samstag hatte sie dem IS die Treue geschworen.

Israel in Alarmbereitschaft

Israels Armee ist nach Warnungen vor einem möglichen Großangriff des IS von der Sinai-Halbinsel aus in erhöhter Alarmbereitschaft. Das Militär befürchte Angriffe auf Soldaten oder Zivilisten, berichteten israelische Medien gestern.

Auslöser seien IS-Drohungen mit Raketenangriffen. Diese Drohungen seien auf Twitter verbreitet worden. Mit dem IS verbündete Extremisten hatten Israel im vergangenen Jahr mehrmals vom Sinai aus mit Raketen beschossen. Zum jüdischen Passahfest im kommenden Monat wird damit gerechnet, dass Zehntausende israelische Touristen den Süden des Landes und damit die Gefahrenzone besuchen.

IS rückt auf syrische Stadt Tall Tamer vor

Im Nordosten Syrien rückten IS-Kämpfer unterdessen weiter auf die strategisch wichtige Stadt Tall Tamer vor. Der IS habe das Dorf Tal Nasri eingenommen und sei damit nur noch 500 Meter von Tall Tamer entfernt, teilte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London, Rami Abdel Rahman, heute mit.

Heftige Kämpfe an Syriens Grenze zur Türkei

Dutzende weitere Tote gab es der Beobachtungsstelle zufolge bei Kämpfen um die ebenfalls strategisch bedeutsame Stadt Ras al-Ain im Nordosten Syriens. Die kurdischen Kämpfer hätten dort einer erbitterten Offensive standgehalten, die der IS gestern begonnen habe. Ras al-Ain hat einen Grenzübergang zu der türkischen Stadt Ceylanpinar. Laut Beobachtungsstelle starteten IS-Kämpfer einen Präventivangriff auf Ras al-Ain, weil sie fürchteten, die kurdischen Kämpfer würden die Grenzstadt als Ausgangspunkt für einen Angriff auf die vom IS gehaltene Stadt Tal Abjad benutzen.