Paris-Terrorranschläge: Vier Menschen in Polizeigewahrsam
Zwei Monate nach den islamistischen Terroranschlägen in Paris mit 17 Opfern hat die französische Polizei vier Menschen in Gewahrsam genommen.
Zum Islam konvertierte Polizistin
Sie zählen nach Angaben aus Justizkreisen zum Umfeld des Attentäters Amedy Coulibaly, der Anfang Jänner eine Polizistin und vier Geiseln in einem jüdischen Supermarkt erschossen hatte. Laut einem Bericht des Senders Europe 1 soll es sich um eine Polizistin und ihren Lebensgefährten handeln, der sich kurz vor dem Anschlag auf den Supermarkt in unmittelbarer Nähe von Coulibaly aufhielt.
Die Gendarmin, die zum Islam konvertiert ist, war Anfang Februar von ihren Funktionen suspendiert worden. Sie wird verdächtigt, ihrem Lebensgefährten geholfen zu haben, der Coulibaly nahestand. Der Mann, der wegen anderer Delikte bereits in Haft ist, hatte einem Zeitungsbericht zufolge über sie Zugang zur Gendarmeriekaserne von Rosny-sous-Bois im Großraum Paris.
Bereits im Jänner waren vier Verdächtige aus dem Umfeld Coulibalys in Untersuchungshaft genommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, dem Islamisten logistische Hilfe geleistet zu haben, ohne zwangsläufig dessen Anschlagsabsichten gekannt zu haben. Sie sollen bei der Beschaffung von Waffen und Fahrzeugen geholfen haben.
Verfahren gegen Kouachi-Bekannte
Auch gegen zwei Bekannte der beiden anderen Attentäter von Anfang Jänner, der Brüder Cherif und Said Kouachi, wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die beiden Männer waren auf dem Weg nach Syrien in Bulgarien und in der Türkei festgenommen und nach Frankreich ausgeliefert worden.
Die Brüder Kouachi hatten am 7. Jänner die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris gestürmt und dort und auf ihrer Flucht ingesamt zwölf Menschen erschossen. Einen Tag später erschoss Coulibaly eine Polizistin bei Paris und am Tag darauf die vier Geiseln in dem jüdischen Supermarkt. Die drei Islamisten wurden am 9. Jänner bei getrennten Polizeieinsätzen erschossen.