Österreich begibt erstmals Anleihe mit Negativzins
Die Republik Österreich hat erstmals in ihrer Geschichte eine Bundesanleihe mit einer negativen Gesamtrendite begeben können.
Bei der heutigen Anleiheauktion erzielte eine im Oktober 2019 fällige Anleihe eine Durchschnittsrendite von minus 0,038 Prozent. „Die Auktion ist sehr gut gelaufen“, sagte die Chefin der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Martha Oberndorfer, zur APA. Das Papier sei fast dreimal überzeichnet gewesen.
„Wir profitieren vom ‚Quantative Easing‘ der EZB und der enormen Nachfrage nach Staatspapieren aufgrund von geopolitischen Unsicherheiten, dem Ukraine-Konflikt und der Griechenland-Problematik“, so Oberndorfer.
Auch die Aufstockung einer zweiten bis Oktober 2015 laufenden Bundesanleihe erzielte mit einer Durchschnittsrendite von 0,408 Prozent ein neues Rekordtief. Ebenfalls heute begebene Treasury-Bills mit einem Volumen von rund 100 Mio. Euro konnten auch mit deutlich negativen Zinsen verkauft werden.
Eine Milliarde frisches Kapital
Von der knapp fünfjährigen Emission wurden 550 Mio. Euro auf dem Kapitalmarkt begeben, weitere zehn Prozent behielt die OeBFA wie üblich in den eigenen Büchern. Der durchschnittliche Preis für die mit einem Kupon von 0,25 Prozent ausgestattete Anleihe betrug 101,33 Prozent.
Von der zehnjährigen Emission wurden 450 Mio. Euro verkauft. Insgesamt nahm die Republik 1,0 Mrd. Euro frisches Kapital auf dem Kapitalmarkt auf und legte 100 Mio. Euro auf die eigenen Bücher.