Reaktion auch auf Attentate
Die französische Regierung will auch als Reaktion auf die terroristischen Anschläge vom Jänner den Dialog mit den Muslimen im Land stärken. Bis zum Sommer solle daher eine neue „Instanz des Dialogs“ als Vertretung von Frankreichs Muslimen geschaffen werden, sagte Regierungssprecher Stephane Le Foll am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Paris.
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Ziel sei „eine große Konsultation mit den Akteuren des Islam“. Das neue Gremium soll sich künftig zweimal im Jahr mit Premierminister Manuel Valls zusammensetzen. Der Instanz sollen Vertreter muslimischer Verbände, Intellektuelle und weitere bekannte Persönlichkeiten muslimischen Glaubens angehören.
Hoffnung auf neue Ansprechpartner
Diese sollen sich unter anderem mit der Ausbildung von islamischen Predigern und mit der Sicherheit von Moscheen und anderen Gebetshäusern befassen. Die Regierung hofft auf einen Ansprechpartner, der besser die Vielfalt der zwischen vier und fünf Millionen in Frankreich lebenden Muslime abbildet. Dem 2003 gegründeten Zentralrat der Muslime in Frankreich (CFCM) wird immer wieder vorgeworfen, dieser Rolle nicht gerecht zu werden.
Innenminister Bernard Cazeneuve, der die neue Maßnahme für ein besseres Zusammenleben mit den Muslimen in Frankreich am Mittwoch im Kabinett vorstellte, betonte, das Prinzip der Trennung von Staat und Religion werde „strikt“ eingehalten. Aus seinem Ministerium hieß es: „Der Staat hat nicht die Absicht, die Religion von innen zu organisieren oder festzulegen, wer die guten Muslime sind.“
Islamfeindliche Taten nehmen zu
Insbesondere seit der Anschlagsserie vom Jänner, bei der drei französische Islamisten im Großraum Paris 17 Menschen erschossen, wird in Frankreich eine wachsende Radikalisierung junger Muslime befürchtet. Ein Augenmerk liegt dabei auf den von Einwanderung geprägten Problemvorstädten des Landes. Die Regierung will auch mit einer besseren Ausbildung von Imamen gegensteuern, für sie soll unter anderem ein neuer Hochschulabschluss angeboten werden.
Auch muslimische Gefängnisseelsorger sollen eine bessere Ausbildung bekommen, um eine Radikalisierung von Häftlingen zu verhindern. Sorgen machen der Regierung aber nicht nur Gewalttaten junger Muslime. Zuletzt hat auch die Zahl islamfeindlicher Taten stark zugenommen, insbesondere nach der Attentatsserie vom Jänner.
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