Athen: Prozess gegen Mitglieder von Goldener Morgenröte

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In Griechenland werden 72 Mitglieder der rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte (Chrysi Avgi) angeklagt. Der Parteivorsitzende Niko Michaloliakos sowie mehrere Führungsmitglieder und sämtliche Abgeordnete der Partei im vorherigen Parlament müssten sich vor Gericht wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ verantworten, verlautete heute aus Justizkreisen.

Das sei das Ergebnis der Ermittlungen, die im September 2013 nach der Ermordung eines Musikers durch einen Sympathisanten der Partei aufgenommen worden waren.

Die Partei, die enge Kontakte zur Neonazi-Szene unterhält, ist wegen ihrer Angriffe auf Migranten berüchtigt. So soll sie in den Mord an einem pakistanischen Migranten sowie in die Misshandlung politischer Gegner verwickelt sein. Den Beschuldigten drohen bis zu 20 Jahren Haft. Die Vorwürfe gegen die Partei haben ihr kaum geschadet, da viele Anhänger sie als politisch motiviert betrachteten. Bei der Parlamentswahl Ende Jänner wurde die Goldene Morgenröte mit 388.000 Stimmen drittstärkste Kraft und stellt nunmehr 17 Abgeordnete.