Für Friedensnobelpreis nominiert
Der Fall des in seinem Heimatland Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers und Menschenrechtsaktivisten Raif Badawi sorgt weiter für internationale Proteste - auch wenn zuletzt dreimal in Folge seine Bestrafung mit Peitschenhieben ausgesetzt worden ist. Zwei norwegische Abgeordnete nominierten Badawi für den Friedensnobelpreis, berichtete die Nachrichtenagentur NTB am Sonntag.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
„Ohne Menschenrechte und Meinungsfreiheit ist keine friedliche Lösung für Konflikte möglich“, begründete die Abgeordnete Karin Andersen von der Sozialistischen Linkspartei ihre Entscheidung. Badawi wurde in seiner Heimat wegen angeblich islamfeindlicher Äußerungen zu einer Haftstrafe und 1.000 Peitschenhieben verurteilt. Wegen der schweren körperlichen Bestrafung fürchten Angehörige Badawis um sein Leben.
Proteste in Österreich
Der Fall des Bloggers sorgt in Österreich für besonderes Aufsehen. Zuletzt gab es Proteste gegen das von Saudi-Arabien finanzierte König-Abdullah-Zentrum (KAICIID), bei denen die internationale Organisation für interreligiösen Dialog dazu aufgefordert wurde, die Bestrafung Badawis zu verurteilen. Die Grünen halten seit Wochen jeden Freitag vor dem von Saudi-Arabien finanzierten KAICIID eine Mahnwache für den Blogger ab. Auch die Regierung fordert die Begnadigung und Freilassung des Mannes.
Mitarbeiterin aus Gefängnis entlassen
Hoffnung darauf machte am Freitag die Entlassung einer Menschenrechtlerin aus dem Gefängnis. Suad al-Schammari sei nach 90 Tagen in einem Frauengefängnis in Dschidda auf freiem Fuß, sagte ihre Tochter Sarah al-Rimali am Sonntag. Schammari gehörte mit Badawi zu den Gründern eines oppositionellen Internetdiskussionsforums. Sie war laut Angaben von Aktivisten Ende Oktober wegen Beleidigung des Islam festgenommen worden, nachdem sie über den Kurznachrichtendienst Twitter Kommentare über religiöse Führer verbreitet hatte.
Ihre Mutter habe sich schriftlich verpflichtet, „ihre Aktivitäten zurückzufahren“. Mit einer am Donnerstag vom neuen saudi-arabischen König Salman verkündeten Amnestie für Gefangene stand die Freilassung der Menschenrechtlerin nach Angaben ihrer Tochter nicht in Zusammenhang. Sie glaube auch nicht, dass Badawi von der Amnestie profitieren werde.
Strafe dreimal ausgesetzt
Badawi war am Freitag die dritte Woche in Folge von einer Teilstrafe verschont geblieben. Der Grund dafür sei unklar, sagte seine Ehefrau Ensaf Haidar. Tags zuvor hatte sie aus ihrem kanadischen Exil heraus angegeben, der Gesundheitszustand ihres Ehemanns gebe Anlass zur Sorge. 50 Hiebe musste er am 9. Jänner vor einer Moschee in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer erdulden. An den beiden folgenden Freitagen wurde die weitere Vollstreckung des Urteils aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt.
Links: