Kabinett umgebaut
Der saudi-arabische König Salman hat wenige Tage nach seiner Thronbesteigung die Regierung und andere zentrale Institutionen des ölreichen Landes umgebaut und damit weiter seine Macht gefestigt. Schon kurz nach seiner Kür hatte der neue König erste Personalrochaden vorgenommen.
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Wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Freitag berichtete, ordnete er per Dekret zudem an, dass alle Angestellten des Staates einen Bonus in Höhe von zwei Monatsgehältern erhalten. Studenten und Pensionisten sollten ebenfalls Geldgeschenke bekommen.
Vertraute in wichtigen Positionen
Salman entließ unter anderen Geheimdienstchef Prinz Chalid bin Bandar bin Abdul Asis al-Saud, der durch General Chalid bin Ali bin Abdullah al-Humaidan ersetzt wurde. Ein Neffe des verstorbenen Königs Abdullah, Prinz Bandar bin Sultan, wurde als Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats und als Berater des Königs entlassen. Der Nationale Sicherheitsrat wurde gleichzeitig aufgelöst.
Die Öl-, Finanz- und Außenminister behielten ihre Ämter. Allerdings tauschte der König die Gouverneure der Hauptstadt Riad und der den Muslimen heiligen Stadt Mekka aus, beide sind Söhne Abdullahs.
Neuer Kronprinz
Neuer Informationsminister wurde Adel al-Toraifi, bisher Manager beim saudischen Satelliten-TV-Sender al-Arabija. In der Antikorruptionskommission und bei der Religionspolizei des Königreichs nahm der neue Monarch ebenfalls ranghohe personelle Änderungen vor.
Der 79-jährige Salman war seinem verstorbenen 90-jährigen Halbbruder Abdullah auf den Thron gefolgt. Der neue König ernannte umgehend Abdullahs jüngeren Halbbruder Mukrin zum neuen ersten Kronprinzen. Der bisherige Innenminister Mohammed bin Najef wurde zum stellvertretenden Kronprinzen ernannt, neuer Verteidigungsminister wird Salams Sohn Prinz Mohammed.
Keine große Kursänderung
In einer im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache kündigte Salman das Festhalten am bisherigen Kurs an. Die Muslime rief er angesichts der Konflikte in der Region zur Einigkeit auf. Abdullah hatte in dem streng konservativen Königreich zaghafte Gesellschaftsreformen eingeleitet, als er erstmals Frauen an dem einflussreichen Schura-Rat beteiligte. Doch bis heute bleibt ihnen etwa das Autofahren verwehrt.
Der Thronwechsel kommt in einer für Saudi-Arabien sehr schwierigen Zeit. Der Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak bis an die Grenzen des Königreichs und der Staatszerfall im benachbarten Jemen haben das Herrscherhaus alarmiert. Saudi-Arabien ist zudem immer wieder selbst Ziel von Terroranschlägen.
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