Erste 15 Minuten oft entscheidend
Wenn Schneelawinen Menschen unter sich begraben, ist Eile geboten: Der Faktor Zeit ist bei der Rettung Verschütteter der alles entscheidende. Die Überlebenskurve in den Bergungsstatistiken geht nach 15 Minuten steil nach unten. Nach einer Stunde haben nur noch rund 35 Prozent der Lawinenopfer überhaupt eine Überlebenschance. Retter nutzen unterschiedliche Suchmethoden.
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Die größte Bedeutung messen Experten der sogenannten Kameradensuche bei. Wird ein Tourengeher oder Variantenfahrer aus einer Gruppe verschüttet, müssen die anderen unverzüglich mit der Suche beginnen. Deshalb gilt für Skiunternehmungen abseits gesicherter Pisten die Mitnahme eines Lawinen-Verschüttetensuchgerätes (LVS) sowie einer Lawinenschaufel und einer Teleskopsonde als unerlässlich. Nur wer unmittelbar am Unglücksort ist, hat eine realistische Chance, den Verschütteten binnen 15 Minuten zu finden und seine Atemwege freizulegen.
Rolle von Lawinenspürhunden
Nach wie vor spielen auch Lawinenspürhunde bei der Suche nach Verschütteten eine besondere Rolle. Das Schweizer Lawinenforschungsinstitut errechnete, dass 80 Prozent der Verunglückten von den Hunden gefunden werden. Mit ihren feinen Nasen können die Tiere Lawinenopfer in mehreren Metern Tiefe aufspüren. Bevor sie zum Einsatz kommen, müssen sie mit ihren Herrchen eine rund dreijährige Ausbildung absolvieren. Danach müssen sie ihre Fähigkeiten jedes Jahr erneut bei einer Routineprüfung unter Beweis stellen. Das große Problem ist allerdings, die Hunde rechtzeitig aus dem Tal zum Unglücksort zu bringen.
Damit Lawinenopfer befreit werden können, eilen auch professionell ausgebildete Rettungskräfte wie etwa die Helfer der Bergrettung schnell zum Unglücksort. Standardmäßig gehören zur Ausrüstung der Retter Verschüttetensuchgeräte, Sonden, Seile, Schaufeln und Erste-Hilfe-Zubehör. Mit Bergungsfahrzeugen und Hubschraubern können Verletzte zur weiteren Versorgung schnell abtransportiert werden. Trotz größter Anstrengungen kommen auch die Bergretter bei Lawinenunfällen oft zu spät.
Verschiedene Rettungssysteme
Mit zunehmender Beliebtheit des Skifahrens abseits gesicherter Pisten entwickelt die Industrie immer mehr und bessere technische Verfahren zur Verschüttetensuche. Neben den batteriebetriebenen Lawinenpiepsern (LVS) spielt zunehmend das Rettungssystem Recco eine größere Rolle. Hier können radarähnliche Empfänger die Signale von Chips empfangen, die in die Kleidung der Skifahrer eingearbeitet sind. So ist die Ortung Verschütteter sogar vom Hubschrauber aus möglich. Viele Hersteller von Skikleidung bieten das System schon standardmäßig an.
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