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Bisher 16 Lawinentote in dieser Saison

Zahlreiche Lawinenabgänge in den Alpen haben am Wochenende für Hochbetrieb bei den Bergrettungsdiensten gesorgt. In einigen Fällen kam jedoch jede Hilfe zu spät: Allein in der Schweiz kamen acht Personen ums Leben, auch in Österreich forderten Lawinenunglücke drei Menschenleben und mehrere Verletzte. Die Situation bleibt allerorts angespannt.

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Besonders heikel bleibt die Lage in Vorarlberg, wo am Wochenende für zwei verunglückte Tourengeher jede Hilfe zu spät kam. Das Ehepaar war am Samstag auf der Nordseite des Portlahorns in Damüls von einem Schneebrett erfasst und verschüttet worden. Die 32-jährige Frau konnte zunächst noch geborgen werden, in der Nacht auf Sonntag erlag sie in der Innsbrucker Klinik ihren Verletzungen. Die Lawinensituation erreichte am Montag im Vorarlberger Norden zum ersten Mal in diesem Winter die Stufe 4 auf der fünfstelligen Gefahrenskala und war damit „groß“ - Lawinenlagebericht dazu in wetter.ORF.at.

Neu- und Triebschnee als Gefahr

Auch in den kommenden Tagen werde sich an der gefährlichen Situation nichts ändern, so Experten: In Vorarlberg gab es etwa in den nördlichen Regionen zuletzt viel Neuschnee, dazu kam ein relativ kräftiger Wind. Die Hauptgefahr ging von Neu- und Triebschnee aus. Auch ein einzelner Wintersportler sei bereits in der Lage, eine Schneebrettlawine auszulösen, betonten die Experten. Wenn dadurch tieferliegende Schwachschichten anbrechen, könnten diese dann sogar größere Ausmaße annehmen.

Rettungsaktion nach Lawinenabgang am Hochkar

APA/Bergrettung Niederösttereich-Wien

Eine Lawine auf dem Hochkar wurde von flüchtigen Variantenfahrern ausgelöst - es gab einen Verletzten

„Heikle“ Situation in Tirol

Gefährlich bleibt die Situation auch in Tirol. Vor allem in den Tourengebieten oberhalb von etwa 2.000 Metern ging der Tiroler Lawinenwarndienst von einer heiklen Situation aus. Die Hauptgefahr geht auch hier von frischen Triebschneeansammlungen aus. Erst am Sonntag hatte sich die Bilanz tödlicher Unglücke weiter erhöht. Ein 18-jähriger Tiroler, der am vergangenen Mittwoch bei einem Lawinenabgang auf dem Kitzbüheler Horn verschüttet worden war, erlag am Sonntag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Damit haben insgesamt neun Menschen in der laufenden Wintersaison in Tirols Bergen durch Lawinen ihr Leben verloren. 16 Lawinentote gab es nach Angaben des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit in der laufenden Saison bisher (seit 1. November 2014) in ganz Österreich - im Vorjahr waren es in der gesamten Wintersaison 13 Opfer. Viele der Unglücke ereigneten sich vorwiegend im freien Skiraum und bei Warnstufe 3.

Lage auch weiter östlich „kritisch“

Auch weiter östlich können die Experten keine Entwarnung geben. Die Lage in Salzburg bleibt kritisch, vor allem in höheren Bereichen ist die Gefahr eines Lawinenabgangs weiterhin erheblich. Ähnlich die Lage in Oberösterreich, wo teilweise stürmischer Wind und starker Schneefall zuletzt umfangreiche Verfrachtungen verursachten. Eine ähnliche Situation gibt es in Kärnten. Hauptprobleme auch hier: Triebschneeablagerungen und ein instabiler Schneedeckenaufbau.

Auch in Niederösterreich, wo am Wochenende auf dem Schneeberg ein Tourengeher teilverschüttet wurde, bleiben die Gefahren infolge frischen Triebschnees aufrecht - mehr dazu in noe.ORF.at. In der Steiermark appellierte die Alpinpolizei, vor Skitouren die Lawinenlageberichte genau zu studieren, auch in den nächsten Tagen wird vor einer großen Lawinengefahr gewarnt - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Rettungsaktion nach Lawinenabgang am Schneeberg

APA/ÖAMTC

Einsatzkräfte bei der Bergung des Schwerverletzten auf dem Schneeberg (NÖ)

Viele Tote in der Schweiz

Besonders angespannt bleibt auch die Situation in den Schweizer Alpen, wo nach acht Toten am Wochenende am Montag ein weiteres Lawinenopfer zu beklagen war. Im Val Segnas (Kanton Graubünden) wurde nach Angaben der Polizei ein Variantenfahrer von einer selbst ausgelösten Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden.

Ebenfalls im Kanton Graubünden starben bereits am Samstag bei Seewis fünf Wintersportler. Sie gehörten einer neunköpfigen Gruppe aus dem Raum Zürich an, die abseits der Pisten auf einer Tour zum Vilan nahe der österreichischen Grenze unterwegs war, als sich eine Lawine löste.

Sieben Menschen wurden verschüttet. Drei wurden tot aus den Schneemassen geborgen, vier Schwerverletzte wurden ins Spital gebracht, dort erlagen zwei Frauen ihren Verletzungen. Bei drei weiteren Lawinenabgängen in der Schweiz kamen drei Männer ums Leben. Auch sie waren abseits der offiziellen Pisten unterwegs. Einer von ihnen wurde bei Wildhaus (Kanton St. Gallen) von den Schneemassen über eine steile Felsrinne 650 Meter in die Tiefe geschleudert. Auch in den Schweizer Alpen bleibt die Situation angespannt - Neu- und Triebschnee sind weiter große Gefahren.

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