BIP stieg 2014 um 7,4 Prozent
Chinas Wirtschaft ist 2014 so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) schwächte sich auf 7,4 Prozent ab von 7,7 Prozent im Jahr zuvor, wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte. Damit verfehlte die Regierung erstmals seit 1999 ihr Jahresziel knapp.
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Sie hatte ein Plus von 7,5 Prozent angepeilt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte zugleich seine Prognose für dieses Jahr und rechnet mit einer weiteren Abkühlung auf 6,8 Prozent. Experten erwarten nun weitere Konjunkturhilfen. Dem Exportweltmeister macht die globale Wirtschaftsflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde unter einer schwächelnden Binnennachfrage, Überkapazitäten in der Industrie und einem sich abkühlenden Immobilienmarkt.
Stabilere Entwicklung im letzten Quartal
Im vierten Quartal zeichnete sich allerdings eine gewisse Stabilisierung ab. Die Wirtschaft wuchs mit 7,3 Prozent etwas stärker als von Experten mit 7,2 Prozent erwartet. Sie hielt damit das Niveau des dritten Quartals und der letzten drei Monate 2013, als sie jeweils auch das schwächste Quartalswachstum seit Anfang 2009 verzeichnet hatte. Zudem stiegen Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze im Dezember mit 7,9 beziehungsweise 11,9 Prozent etwas stärker als gedacht.
Konsum in China soll angekurbelt werden
Die Statistikbehörde räumte ein, dass die Wirtschaft Schwierigkeiten habe. Das Wachstum werde aber in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Präsident Xi Jinping betonte wiederholt, dass er die Wirtschaft nach Jahren des Booms umbauen wolle: Er setzt dabei auf eine Stärkung des Binnenkonsums und will Ausfuhren und Einfuhren ausgewogener sowie die Wirtschaft insgesamt umweltschonender gestalten.
Das bedeutet nach Ansicht von Regierungsberatern allerdings auch einen Abschied von den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit, die über Jahre zweistellig waren. Bei dem für europäische Verhältnisse immer noch utopisch anmutenden Wachstum hat die Regierung vor allem im Auge, das Milliardenvolk ausreichend mit Arbeitsplätzen zu versorgen und soziale Unruhen zu vermeiden.
Peking dürfte Planziel ändern
Experten rechnen damit, dass die kommunistische Führung nun ihr Wachstumsziel für 2015 auf rund sieben Prozent herabsetzt, aber auch zu neuen Konjunkturhilfen greift, zumal sich Staatsvertreter zuletzt zunehmend unzufrieden mit dem Verlauf des zweiten Halbjahres gezeigt haben. Das führte bereits dazu, dass die Zentralbank im November überraschend erstmals seit mehr als zwei Jahren die Zinsen senkte. Mit weiteren Zinssenkungen und Hilfen für die Banken zur Ankurbelung der Kreditvergabe an die Unternehmen wird gerechnet.
Lob vom IWF
Trotz der Konjunkturabkühlung lobte der IWF den Umbau der chinesischen Wirtschaft. Es sei zu begrüßen, dass China seine Wirtschaft ausgewogener gestalten wolle. Das spiegle sich allerdings in einer Abschwächung der Konjunktur wider, die sich vor allem auf die asiatischen Handelspartner auswirken werde.
Insgesamt eher düster ist das Bild, das der IWF in seiner am Dienstag publizierten aktuellen globalen Konjunkturprognose zeichnet. Das globale Wachstum wird demnach mit 3,7 Prozent um 0,3 Prozentpunkte geringer ausfallen als noch im Oktober erwartet. Zwar sei der gefallene Ölpreis von Vorteil, allerdings wirkten sich Faktoren wie geringere Investitionen negativ aus.
Euro-Zone wächst langamer
Für die Euro-Zone sagte der IWF ein Wachstum in Höhe von 1,2 Prozent voraus, das sind 0,2 Punkte weniger als zuvor prognostiziert. Für Russland zeichnete der IWF ebenfalls ein düsteres Bild. Das Land leidet unter den gefallenen Ölpreisen und unter den Wirtschaftssanktionen wegen des Ukraine-Konflikts. Der IWF geht davon aus, dass die russische Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent einbricht.
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