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„Katastrophe monumentalen Ausmaßes“

Der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ignatius Kaigama, hat in Nigeria ein Aufstehen gegen den Terror wie in Paris gefordert. Er wünsche sich eine Kundgebung nationaler Einheit über politische, ethnische und religiöse Grenzen hinweg, sagte der Erzbischof von Jos laut dem vatikanischen Pressedienst Fides am Montag.

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Als „abnormal und unvorstellbar“ bezeichnete Kaigama die neue Strategie von Boko Haram, Kinder als Selbstmordattentäter einzusetzen. Am Wochenende waren in Nordnigeria durch zwei Anschläge mit jungen Mädchen, die Sprengstoff am Leib trugen, mindestens 27 Menschen getötet worden. Kaigama sagte, diese Mädchen wie auch Kindersoldaten in anderen afrikanischen Ländern würden „mit Methoden der Gehirnwäsche indoktriniert, um Tötungsmaschinen zu werden“.

Auch viele Muslime unter den Opfern

Erst am Mittwoch der Vorwoche hatten Boko-Haram-Kämpfer die 10.000-Einwohner-Stadt Baga am Tschad-See nahezu völlig niedergebrannt. Gegenüber Radio Vatikan sagte Erzbischof Kaigama am Sonntag, die bisherigen Berichte würden auf eine „Katastrophe monumentalen Ausmaßes“ deuten und die Aggression gegenüber Unschuldigen aufzeigen, zu welcher die Terrorgruppe Boko Haram fähig sei. Kaigama warnte, Boko Haram befinde sich wie die Gruppe Islamischer Staat (IS) vor der Ausrufung eines islamischen Kalifats über die Landesgrenzen hinweg.

Boko Haram selbst sei eine „sektenhafte Bewegung“ und habe nichts zu tun mit der „großen Mehrheit nigerianischer Muslime, die tüchtige Menschen sind“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Bei den Opfern der Terrorgruppe und den Vertriebenen im Norden Nigerias gebe es keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen. „Wer die Ideologie von Boko Haram nicht teilt - und darunter sind viele Muslime - muss fliehen“, sagte Kaigama.

Militärsprecher bittet um Hilfe

Nach der Angriffsserie rund um die Stadt Baga im Nordosten Nigerias bat auch die nigerianische Armee um Unterstützung im Kampf gegen Boko Haram. Deren jüngste Offensive müsse „wohlmeinende Menschen auf der ganzen Welt“ davon überzeugen, dass Boko Haram „das Böse“ sei, sagte Armeesprecher Chris Olukolade am Wochenende. Nun müssten alle zusammenarbeiten, um die Gewaltserie zu beenden, statt die Gegner von Boko Haram zu „verunglimpfen“.

16 Ortschaften seit Anfang Jänner zerstört

Abgesehen von Baga seien 15 weitere Ortschaften im Nordosten des Landes vollständig zerstört worden, sagte Olukolade. Es sei wahrscheinlich berechtigt, von der bisher tödlichsten Angriffswelle der Islamistengruppe zu sprechen. Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Angriffen und Anschlägen der Gruppe auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen sowie Kirchen und bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen Boko Haram wurden seit dem Jahr 2009 mehr als 13.000 Menschen getötet.

Das nigerianische Militär muss sich dafür rechtfertigen, dass es die Gewalt bisher nicht beenden konnte. Soldaten beklagten immer wieder einen Mangel an Waffen und Ausrüstung im Kampf gegen Boko Haram und weigerten sich deshalb, an Einsätzen gegen die Extremisten teilzunehmen. Armeesprecher Olukolade versicherte, dass das Militär Baga und andere betroffene Ortschaften „nicht aufgegeben“ habe. Um der Situation zu begegnen, würden zurzeit Konzepte, Truppen und Ausrüstung zusammengestellt.

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