Prekäre Lage im Nahen Osten
In vielen Teilen Europas kämpfen die Menschen derzeit mit Wetterkapriolen. Orkantief „Elon“ fegte mit bis zu 161 Stundenkilometern über Deutschland hinweg und sorgte für massive Verkehrsbehinderungen. In Südengland ertranken zwei junge Männer in stürmischer See. Auch außerhalb Europas herrschen extreme Wetterbedingungen - etwa in Jerusalem, wo erneut Schnee fiel.
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In Deutschland wurde die Spitzengeschwindigkeit von 161 km/h nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zwischen Freitag- und Samstagfrüh auf dem Brocken im Harz gemessen. Auf der Zugspitze erreichten die Orkanböen etwa 156 Stundenkilometer. An der Küste wurden am Leuchtturm Alte Weser gut 151 Stundenkilometer gemessen.
Züge standen stundenlang still
Ein zweiter Sturm, Orkantief „Felix“ verursachte in Norddeutschland starke Behinderungen im Bahnverkehr. Am Nachmittag fuhren keine stundenlang Fernverkehrszüge von und nach Hamburg mehr, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. In der Hauptstadt Berlin fiel der S-Bahn-Verkehr aus. In Hamburg entgleiste außerdem eine U-Bahn durch einen auf die Gleise gestürzten Baum. Verletzt wurde niemand.
Längstes Containerschiff der Welt ausgebremst
„Elon“ bremste außerdem das längste Containerschiff der Welt aus. Die Premierenankunft der im vorigen Jahr fertiggestellten „Globe“ der China Shipping Container Lines im Hafen von Rotterdam wurde am Samstag wegen des Sturms um einen Tag verschoben. Der 400 Meter lange Ozeanriese, der mit bis zu 19.100 Standarcontainern beladen werden kann, soll nun am Sonntag grünes Licht für die Einfahrt bekommen, erklärte ein Hafensprecher. Voraussetzung sei, dass der Wind erwartungsgemäß abflaut.
Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol brachte der Sturm am Samstag etliche Verzögerungen bei Starts und Landungen. Insgesamt seien die Küstenprovinzen der Niederlande glimpflich davongekommen.
Zug prallte in Tschechien gegen Baum
Auch in Tschechien sorgte das stürmische Wetter für Verkehrsbehinderungen. Bei Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) ist am Freitag ein Schnellzug auf einen umgestürzten Baum aufgefahren. Verletzt wurde niemand. Drei Dutzend Passagiere mussten ihre Fahrt mit einem Bus fortsetzen. Auch auf anderen Strecken kam es zu Zugsausfällen. In Westböhmen rückten die Feuerwehren zu mehr als 40 Einsätzen aus. Der Wetterdienst in Prag gab eine Unwetterwarnung bis einschließlich Sonntag heraus.
Männer in Südengland in stürmischer See ertrunken
In Südengland starben zwei junge Männer, die sich im englischen Seebad Brighton in die stürmische See gewagt hatten. Wie die britische Küstenwache am Samstag mitteilte, bestehe keine Hoffnung, dass sie lebend gefunden werden könnten. Eine Gruppe von vier Männern war laut Medienberichten am späten Freitagabend am berühmten Brighton Pier ins Wasser gegangen. Zwei schafften es an den Strand zurück und schlugen Alarm. Die Küstenwache stellte die Suche am frühen Samstagmorgen ein.
In Schottland sorgte ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern am Freitag für Stromausfälle und massive Störungen im Bahnverkehr. Rund 70.000 Haushalte waren laut Behördenangaben ohne Strom und zahlreiche Straßen blockiert, alle Schulen auf den Inseln vor der Westküste und auf den an der Nordspitze gelegenen Orkney-Inseln blieben geschlossen. Aus Sicherheitsgründen stellte der schottische Bahnbetreiber ScotRail seinen Dienst zunächst komplett ein, entschied sich dann aber zum Notbetrieb einiger Züge.
Schnee in Jerusalem
Besonders prekär ist die Lage derzeit im Nahen Osten, wo der Wintereinbruch verursacht durch den Sturm „Zina“ zur Überlebensfrage wird. Ein Sturm brachte am Samstag neue Schneefälle in Jerusalem. Auch andere bergige Gebiete im Norden Israels, auf den Golanhöhen sowie im Westjordanland waren mit Schnee bedeckt. Im südlichen Gazastreifen erfroren laut Medienberichten wegen ungewöhnlicher Kälte zwei Babys.
Seit dem Gaza-Krieg mit seinen verheerenden Zerstörungen leben in der Palästinenserenklave am Mittelmeer noch viele Menschen in nur notdürftig reparierten Gebäuden. Viele Häuser seien nach anhaltenden Regenfällen überschwemmt, hieß es. In der Nahost-Region herrscht seit Tagen ungewöhnlich kaltes Wetter mit heftigen Niederschlägen. Auch in der sonst sehr warmen Küstenmetropole Tel Aviv hagelte es am Freitagabend erneut heftig.
Vier Männer im Libanon erfroren
Im Libanon erfroren nach einem heftigen Schneesturm vier Gastarbeiter aus Bangladesch. Die Männer hätten in einer nicht ausreichend geheizten Unterkunft im nordlibanesischen Dunnija geschlafen, meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA am Samstag. Damit hat sich die Zahl der Kältetoten im Libanon seit Beginn des Schneesturms am Dienstag auf sieben erhöht. Drei Syrer, darunter ein achtjähriger Bub, waren bereits am Dienstag umgekommen.
Wasserfälle am Ayers Rock
Heftige Regenfälle gingen in Mittel- und Südaustralien nieder. In Alice Springs ertrank ein Mann in den reißenden Fluten des Flusses Todd. Der 24-Jährige hatte sich mit einem aufgeblasenem Gummischlauch in den normalerweise wasserlosen Fluss begeben und die Kontrolle verloren. Vom weltberühmten Inselberg Ayers Rock stürzten erstmals seit Jahrzehnten Wasserfälle hinab. Meteorologen rechnen mit weiteren Niederschlägen in den kommenden Tagen. Vergangenes Wochenende erst hatten Buschfeuer in einigen Regionen Australiens, wo derzeit Sommer ist, gewütet.
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