Suche in vollem Gange
Einen Tag nach dem vermutlichen Absturz einer AirAsia-Maschine mit der Flugnummer QZ8501 in Indonesien geht die Suche nach dem Flugzeugwrack weiter. Der Airbus A320 mit 162 Menschen an Bord war Sonntagfrüh vom Radar verschwunden. Die Behörden geben sich pessimistisch. „Wir gehen davon aus, dass die Maschine auf dem Meeresboden liegt“, so der Chef der Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo.
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„Wenn das stimmt, wird es schwierig sein, sie zu lokalisieren, weil unsere Ausrüstung dafür nicht ausreicht“, fügte er hinzu. Die indonesischen Behörden baten die USA um Hilfe bei der großangelegten Suche. Wie US-Außenamtssprecher Jeffrey Rathke am Montag in Washington sagte, wurde die Anfrage zunächst geprüft, „um herauszufinden, wie wir Indonesiens Bitte um Unterstützung am besten erfüllen können“.
Schiffe und Flugzeuge aus Indonesien, Australien, Singapur und Malaysia hatten am Montag in der Java-See nach dem malaysischen Passagierflugzeug gesucht. Auch Peking erklärte sich bereit, Flugzeuge und Schiffe zu entsenden.

Reuters/Darren Whiteside
Mitarbeiter der Such- und Rettungsbehörde beraten sich
Suche auch an Land
„Wir suchen auch an Land“, sagte der Chef der Zivilluftfahrtbehörde, Djoko Murjatmojo. „Wir können nicht ausschließen, dass die Maschine in Westkalimantan (auf Borneo) oder auf Bangka oder Belitung abgestürzt ist.“ Das Suchgebiet der insgesamt zehn Flugzeuge und 17 Schiffe im Einsatz umfasst fast 13.000 Quadratkilometer.
Ölspur im Meer gesichtet
Möglicherweise gibt es einen ersten Anhaltspunkt. Montagfrüh wurde im Meer vor Indonesien eine Ölspur gesichtet. „Wir prüfen, ob es sich um Flugbenzin handelt“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Die Ölspur befindet etwa 100 Seemeilen vor der Insel Belitung. Zudem habe australisches Flugzeug in der Region ein Signal aufgefangen, doch sei an der Stelle nichts gefunden worden.
Flugzeuge sind mit Datenschreibern ausgestattet, die mindestens 30 Tage lang automatische Funksignale aussenden, auch aus Meerestiefen von mehr als 4.000 Metern. An Bord der Maschine waren 162 Menschen - überwiegend Indonesier, aber auch drei Südkoreaner. Das Flugzeug war Sonntagfrüh vom Radarschirm verschwunden, kurz nachdem der Pilot eine Gewitterfront gemeldet und um Erlaubnis für eine Kursänderung gebeten hatte, um das Gebiet zu umfliegen.
Kein Notruf des Piloten
Flug QZ8501 war in Surabaya in Indonesien gestartet und sollte knapp drei Stunden später in Singapur landen. Nach bisherigen Angaben setzte der Pilot keinen Notruf ab. Dutzende Angehörige harrten am Montag den zweiten Tag auf den beiden Flughäfen aus und warteten auf Nachrichten.

APA/EPA/Fully Handoko
Passagierlisten geben Auskunft, wer an Bord des Unglücksfluges war
Deutsche Allianz als Hauptversicherer
AirAsia-Gründer Tony Fernandes war nach Surabaya geflogen, um die Angehörigen dort persönlich zu unterrichten. „Das ist mein schlimmster Alptraum“, twitterte er. Die Billigfluggesellschaft hatte seit dem kommerziellen Start 2001 keine nennenswerten technischen Probleme. Die Strecke von Surabaya nach Singapur führt fast ausschließlich über das Meer, die Javasee.
Die Maschine gehört Indonesia AirAsia, die zu 49 Prozent der Muttergesellschaft AirAsia aus Malaysia gehört. AirAsia ist eine der größten Billigfluglinien der Welt. Die deutsche Allianz ist wichtigster Rückversicherer der vermissten Maschine der malaysischen Fluggesellschaft. „Wir können bestätigen, dass Allianz Global Corporate & Speciality UK (AGCS) der Hauptversicherer für Luftkasko und Schadenersatz bei AirAsia ist“, sagte eine Firmensprecherin am Montag. AGCS ist auch Hauptversicherer für Malaysia Airlines, die in diesem Jahr zwei Maschinen verloren hat.
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