IWF: Ölpreisverfall wie „Fitnessspritze“ für Weltwirtschaft

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem kräftigen Konjunkturschub durch anhaltend niedrige Ölpreise. Die Weltwirtschaft könnte im kommenden Jahr um bis zu 0,7 Prozentpunkte stärker wachsen als bisher erwartet, erklärten IWF-Ökonomen gestern in einem Blog.

Sie gehen davon aus, dass die Ölpreise nach dem drastischen Rückgang in den vergangenen Monaten dauerhaft tief bleiben werden. „Insgesamt betrachten wir das als Fitnessspritze für die globale Konjunktur“, erläuterten IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard und Rohstoffexperte Rabah Arezki. Ihre aktuelle Wachstumsprognose liegt bei 3,8 Prozent. Durch den Ölpreiseffekt könnten 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte hinzukommen.

China profitiert

Starke Auswirkungen erwarten die beiden Ökonomen insbesondere für China, dessen Wirtschaft nach ihrer bisherigen Schätzung 2015 um 7,1 Prozent wachsen wird. Hier sehen sie ein zusätzliches Potenzial von 0,4 bis 0,7 Prozentpunkten und für 2016 sogar von 0,5 bis 0,9 Prozentpunkten.

Nach Ansicht der IWF-Experten ist der Ölpreisrückgang zu größten Teilen auf die gute Versorgungslage zurückzuführen. Zugleich warnen sie allerdings auch, der Preisverfall erhöhe die Risiken für die Stabilität im Finanzwesen, unter anderem wegen des Wechselkurseinbruchs in Ölförderländern wie Russland.

Ungeachtet des sinkenden Ölpreises wollen die meisten Ölexportländer die Fördermengen weiterhin nicht drosseln. Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi sagte in einem Interview, er habe die übrigen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) überzeugt, dass es nicht im Interesse der Gruppe liege, die Produktion zu kürzen, ganz gleich, wie weit der Preis falle.