„Costa Concordia“: Anklage fordert 20 Jahre Haft für Kapitän
Die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto hat für Francesco Schettino, Kapitän des 2012 vor der toskanischen Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“, 20 Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Das betonte Staatsanwalt Francesco Verusio, der die Ermittlungen gegen Schettino geführt hat.
Schettino gibt Steuermann Schuld
Schettino, der erstmals seit Beginn des Prozesses gegen ihn vor eineinhalb Jahren vor Gericht aussagte, erhob Vorwürfe gegen den indonesischen Steuermann, dem er auf Englisch Befehle gegeben habe, die dieser offenbar nicht verstanden habe.
Der Indonesier war im Rahmen der Ermittlungen als Beitragstäter angesehen worden. Der Steuermann und zwei Schiffsoffiziere waren 2013 mit Haftstrafen zwischen einem Jahr und sechs Monaten und einem Jahr und elf Monaten belegt worden.
Manöver „Die Verneigung“
Schettino gab zu, dass er vor der Insel ein Manöver mit der Bezeichnung „Die Verneigung“ vorführen wollte, bei dem das Schiff mit voller Beleuchtung und Sirenen die Küstenbewohner grüßt.
Damit wollte Schettino einen befreundeten Kapitän grüßen, der sich auf der Insel befand, und zugleich den Passagieren an Bord die Insel von der Nähe zeigen. Er sei als Kapitän nicht verpflichtet gewesen, die Reederei über seine Pläne zu informieren. Während des Manövers war das Schiff gegen einen Felsen geprallt.
Widersprüchliche Aussagen
Schettino hatte stets seine Unschuld beteuert. Er hatte widersprüchliche Angaben über sein Verhalten in der Unglücksnacht gemacht, beispielsweise hatte er gesagt, „aus Versehen“ in ein Rettungsboot gerutscht zu sein und die Evakuierung von einem Felsen aus geleitet zu haben.