Gesang statt Beschuss
Im Dezember 1914 war der Erste Weltkrieg bereits fünf Monate im Gange. Hunderttausende waren schon tot, als zu Weihnachten plötzlich ohne jeden Befehl von oben das Artilleriefeuer verstummte. Stattdessen fanden zwischen Deutschen und Briten spontane Weihnachtsfeiern statt - mit gemeinsamem Singen, dem Austausch improvisierter Geschenke und Fußballspielen. Bis heute hat der „Weihnachtsfrieden 1914“ damit als Symbol für Menschlichkeit, zivilen Ungehorsam und Pazifismus seinen Platz in den Geschichtsbüchern. Hundert Jahre danach wird zunehmend klarer, dass viel davon ins Reich der Legende zu verweisen ist - zynischerweise einer Legende, die das Grauen des Krieges übertüncht.
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