Ukraine: Lawrow gegen Gespräche mit USA und EU
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Verhandlungen in der Ukraine-Krise unter Beteiligung der USA und der EU als „überkommene Etappe“ bezeichnet.
Eine Lösung des schweren Konflikts sei nur in direkten Gesprächen der Führung in Kiew mit den Aufständischen möglich, wie es bereits in der Kontaktgruppe der Fall sei, sagte Lawrow heute im Moskauer Parlament. Es sei „kriminell“, die Gespräche zu torpedieren, sagte Lawrow.
Zur Kontaktgruppe gehören auch Russland und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Lawrow warf der ukrainischen Führung bei seiner Rede in der Staatsduma zudem vor, eine neue Offensive in der Ukraine vorzubereiten.
Ukraine lehnt direkte Gespräche ab
Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk lehnte unterdessen erneut Gespräche mit den prorussischen Rebellen ab. „Wir werden keine direkten Verhandlungen mit den russischen Terroristen führen“, sagte Jazenjuk heute bei einer Regierungssitzung.
Auch forderte er Moskau auf, sich an das Minsker Friedensabkommen zu halten. Zudem sollte Russland aufhören, jene „Spiele zu spielen“, die den Separatisten einen legalen Status verleihen sollten. Kiew hatte zuvor direkte Verhandlungen mit Russland unter Beteiligung von USA und EU auf „neutralem Gebiet“ gefordert.
Rebellenführer will tödliches Duell mit Poroschenko
Zu einer undiplomatischen Lösung rief ein Rebellenführer aus der Ostukraine Präsident Petro Poroschenko auf: Er will sich mit ihm duellieren. Mit einem „ehrlichen Duell“ könnten „auf Kosten eines Lebens“ die Leben von Tausenden Menschen gerettet und Frieden hergestellt werden, schrieb der „Regierungschef“ der selbst proklamierten „Volksrepublik Lugansk“, Igor Plotnizki, in einem offenen Brief an Poroschenko.
Die Reaktion Kiews ließ nicht lange auf sich warten. Der Rebellenführer sei „nur eines einzigen Duells würdig: dessen mit der ukrainischen Justiz“, schrieb Außenamtssprecher Jewgen Perebjinis auf Twitter.