UNO will Staatenlosigkeit abschaffen
Die Vereinten Nationen (UNO) wollen das Problem der Staatenlosigkeit innerhalb der nächsten zehn Jahre aus der Welt schaffen. Heute gab das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) den Startschuss für eine breit angelegte Kampagne gegen diese „schlimme Anomalie des 21. Jahrhunderts“, unter der bis 2024 zehn Millionen Menschen zu leiden hätten.
„Alle zehn Minuten wird irgendwo in der Welt ein staatenloses Kind geboren“, sagte UNHCR-Hochkommissar Antonio Guterres in Genf. „Diese Menschen existieren nicht, sie haben keine Rechte, führen keine legale Existenz.“
„Leben ohne Bildung und Gesundheitsversorgung“
Trotz einer 1961 unterzeichneten internationalen Konvention zur Abschaffung der Staatenlosigkeit besteht das Problem auch 53 Jahre später noch. Für die Betroffenen bedeute das oftmals „ein Leben ohne Bildung, Gesundheitsversorgung und reguläre Arbeit, ein Leben ohne Bewegungsfreiheit, Hoffnung und Zukunftsperspektive“, schrieben Guterres und 20 Prominente in einem gemeinsam unterzeichneten Brandbrief.
Das Problem betrifft heute besonders viele Menschen in Burma, wo mehr als eine Million Rohingya-Muslime keine Aussicht auf die burmesische Staatsbürgerschaft haben. Viele Staatenlose leben auch in Litauen, wo es sich um russischstämmige Zugezogene handelt, sowie in der Dominikanischen Republik, die für 200.000 Menschen aus Haiti zur Ersatzheimat geworden ist.