Argentinien rechnet mit besseren Chancen im Schuldenstreit
Argentinien rechnet schon bald mit besseren Chancen für eine Lösung des Schuldenstreits mit Hedgefonds. Mit dem Auslaufen einer Klausel der beiden vergangenen Schuldenschnitte, die den Gläubigern eine Option auf Besserstellung einräumt, komme Argentinien in eine günstigere Verhandlungsposition, sagte Wirtschaftsminister Axel Kicillof in einem Interview der mexikanischen Zeitung „La Jornada“.
Damit würden die Finanzinvestoren, die den Teilerlass der Schulden verweigert hätten, ein Instrument verlieren, mit dem sie die Regierung erpresst hätten. Denn sollte Argentinien die klagenden Fonds auszahlen, hätten die Schuldenschnittgläubiger über die Vertragsklausel derzeit noch einen Hebel in der Hand, ebenfalls mehr Geld zu erhalten, und Argentinien drohte eine Prozesswelle.
Jahrelanger Kampf gegen „Geierfonds“
Der Konflikt mit Hedgefonds geht auf die Staatspleite des Landes im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds die Papiere zu günstigen Kursen auf und klagten auf volle Auszahlung von 1,33 Milliarden Dollar samt Zinsen.
Die Regierung wirft ihnen vor, Profit aus der Notlage geschlagen zu haben, und beschimpft sie deswegen als „Geierfonds“. Weil das Land im Zuge des Streits für zahlungsunfähig erklärt wurde, rutschte es erneut in die Staatspleite.