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Schwere Waffen gegen IS-Miliz

Die Verteidiger der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane haben Verstärkung bekommen. Zehn Fahrzeuge mit Peschmerga hätten am Freitagabend die türkisch-syrische Grenze überquert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Peschmerga sollen schwere Waffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mitbringen.

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Mehrere Busse und Militärfahrzeuge verließen gegen 21.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 MEZ) im Schutz der Dunkelheit die türkische Stadt Suruc und fuhren zum Grenzübergang Mürsitpinar, wie auch ein AFP-Reporter berichtete. Der Konvoi wurde von türkischen Soldaten begleitet. Am Straßenrand jubelten Hunderte Kurden den Kämpfern zu. Die Peschmerga aus dem Nordirak sollen die Kurden in Kobane im Kampf gegen den IS unterstützen.

Unterstützung mit Luftschlägen

Die US-Luftwaffe und ihre Verbündeten flogen laut den Menschenrechtsbeobachtern während der Verlegung drei Angriffe auf IS-Stellungen in Kobane. Ein Vertreter der Kurden berichtete, der Konvoi sei sicher in der Stadt eingetroffen. Bereits am Donnerstag waren einige Peschmerga in Kobane eingetroffen, um die Lage zu sondieren. Insgesamt sollen 150 Peschmerga mit schweren Waffen, darunter Artillerie, den Verteidigern von Kobane helfen, die Stadt gegen den IS zu verteidigen. Der IS versucht seit Wochen, die Stadt einzunehmen.

Peschmerga

APA/AP/Vadim Ghirda

Peschmerga-Kämpfer brechen unter Jubel aus der Türkei in Richtung Kobane auf

Erneute IS-Angriffe abgewehrt

In der Nacht auf Samstag griffen IS-Kämpfer erneut die Stadt an, die kurdischen Milizen konnten die Attacke jedoch abwehren, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdelrahman, der Nachrichtenagentur AFP. In der Früh habe sich die Situation dann beruhigt, doch seien weiter vereinzelte Schusswechsel und Explosionen zu hören. Die Peschmerga-Kämpfer beteiligten sich den Angaben zufolge noch nicht an den Gefechten. Auch neue Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition auf IS-Stellungen habe es nicht gegeben.

Syrien-Kritik an Türkei

Noch ist unklar, ob die recht kleine Gruppe Peschmerga ausreichen wird, um im Kampf gegen den IS in der Gegend die Oberhand zu gewinnen. Der Einsatz der Kämpfer aus dem Nordirak gilt jedoch als starkes Zeichen der Einigkeit der unterschiedlichen Kurdengruppen.

Syrien kritisierte die Türkei dafür, dass sie die Peschmerga über ihr Territorium reisen ließ. Die Türkei lehnt die Entsendung eigener Truppen nach Kobane direkt hinter der Grenze ab. Das Land befürchtet, dass die Kurden in Syrien das Chaos ausnutzen könnten, um sich wie die Kurden im Nordirak eine eigene autonome Region zu schaffen. Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereiterklärt, zumindest die irakischen Kurdenkämpfer über ihre Grenze in die syrischen Kurdenstadt reisen zu lassen.

Erdogan kritisiert westliche Haltung

Unterdessen warf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dem Westen vor, sich im Kampf gegen IS nur auf Kobane zu konzentrieren. „Die Leute reden nur über Kobane, das an der Grenze zur Türkei liegt und wo fast niemand mehr ist“, sagte das Staatsoberhaupt am Freitag bei einem Besuch in der französischen Hauptstadt Paris.

Eine US-geführte Allianz fliegt seit Wochen Angriffe auf IS-Stellungen in Kobane, um das weitere Vordringen der Extremisten zu verhindern. „Warum wird dauernd Kobane bombardiert? Warum nicht auch andere Städte wie Idlib?“, fragte Erdogan. Müssten Frankreich und die anderen westlichen Staaten nicht auch in anderen Regionen Syriens eingreifen, wollte der türkische Präsident wissen.

Neue Vorwürfe gegen Assad

Die Verteidiger von Kobane hatten in dieser Woche bereits Unterstützung von weiteren Kämpfern der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) erhalten. Diese kämpft sowohl gegen den IS als auch gegen das syrische Regime. Kurdische Volksschutzeinheiten, FSA und die Peschmerga aus dem Nordirak wollen in Kobane ein gemeinsames Operationszentrum gründen, um den Kampf gegen den IS zu koordinieren.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte warf dem Regime des Präsidenten Baschar al-Assad vor, in der Nähe der Stadt Homs 36 Menschen zu Tode gefoltert zu haben. Die meisten Opfer stammten aus dem Ort al-Karatain und seien in Gefängnissen umgebracht worden, erklärten die Menschenrechtler.

IS erobert Ölfeld

Nach tagelangen schweren Kämpfen hat IS nach Angaben von Aktivisten die Kontrolle über ein Gasfeld in der syrischen Provinz Homs übernommen. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dauerten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und syrischen Regierungstruppen gestern am Rande des Feldes in Schaar an.

IS kontrolliere aber das „gesamte“ Gebiet, obwohl sich in den Gebäuden noch Soldaten aufhielten. IS selbst erklärte im Internet ebenfalls, das Gasfeld nach mehreren Tagen „befreit“ zu haben. Die Organisation veröffentlichte Bilder, die zerstörte Gastanks und mindestens 15 Leichen zeigten, bei denen es sich um Regierungssoldaten handeln soll. Viele hatten Schusswunden, andere waren verkohlt.

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