D: Kohl bezeichnete Waldheim als „anständigen Mann“

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Das umstrittene Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“ enthält nicht nur scharfe Kritik des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl an politischen Weggefährten, sondern auch anerkennende Worte für Ex-Bundespräsident Kurt Waldheim. Er sehe in Waldheim einen „anständigen Mann, der viel zu feige war, um unanständig zu sein“, sagte Kohl.

„Himmelschreiendes Unrecht“

Waldheim sei ein klassisches Opfer der Medien gewesen, führte der langjährige deutsche Kanzler (1982-1998) im Gespräch mit seinem früheren Biografen Heribert Schwan aus. In der Affäre um die Wehrmachtsvergangenheit des früheren UNO-Generalsekretärs habe auch der Jüdische Weltkongress eine „besonders üble Rolle gespielt“, kritisierte Kohl. Waldheim sei „himmelschreiendes Unrecht“ widerfahren.

Er selbst sei zwar „kein Waldheim-Fan“ gewesen. Dennoch: „Ich bin ein freier Bürger in einem freien Land. Ich muss mich den Ausführungen dieser Waldheim-Gegner nicht fügen. Das sind ja die gleichen Leute, die ohne jede Hemmung jede Denunziation betreiben, wenn es ihnen nützlich ist.“