„Gas fließt wie zuvor“
Die Gaslieferungen von Russland in die EU fließen laut EU-Kommission wieder auf Normalniveau. „Wir hatten schon am Freitag eine normale Situation, die sich am Wochenende stabilisiert hat“, sagte eine Sprecherin am Montag in Brüssel: „Gas fließt in die EU wie zuvor.“
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Gaslieferungen von Russland, Weißrussland und der Ukraine in die EU hätten sich über das Wochenende stabilisiert. Außerdem seien die Gasflüsse von Polen, der Slowakei und Ungarn an die Ukraine über das Wochenende ebenfalls wieder auf dem gleichen Stand. „Nach einigen Tagen hat sich die Lage normalisiert. Es gibt keine Unterbrechung mehr in die EU“, betonte die Sprecherin.
Polen habe am Wochenende zwar weniger Gas vom russischen Staatskonzern Gasprom erhalten als angefragt. Das habe allerdings technische Gründe gehabt. „Polen hat mehr Gas angefordert, als Russland liefern konnte“, so die Kommissionssprecherin. Der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski hatte zuvor bereits von „Kommunikationsproblemen“ gesprochen.
Schwankungen „normal“
Auch Deutschland beruhigte. Der deutsch-russische Gashändler Wingas betrachtet die aktuellen Schwankungen bei den Liefermengen aus Russland als normal. „Auch bei uns kamen in den letzten Tagen geringere Mengen an wie offenbar auch bei anderen Importeuren wie zum Beispiel E.ON “, sagte Wingas-Vertriebschef Ludwig Möhring gegenüber Reuters.
„Aber das ist kein Grund zur Sorge und entspricht normalen Schwankungen, die wir auch in früheren Jahren in den Sommermonaten, in denen nicht die volle Kapazität benötigt wird, erlebt haben.“ Es sei nicht ungewöhnlich, wenn vor dem anstehenden Winter noch Wartungsarbeiten durchgeführt werden. „Die Händler wissen das, und entsprechend haben auch die Preise in den letzten Tagen nicht ernsthaft reagiert, was wir als Beleg für unsere Einschätzung ansehen.“
Moskau zu Gasgesprächen mit Ukraine bereit
Unterdessen geht der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland weiter. Hauptknackpunkt zwischen den beiden Ländern ist der Preis. Derzeit liefert Russland an die Ukraine wegen unbezahlter Rechnungen in Milliardenhöhe kein Gas mehr. Russland ist bereit zu neuen Gasgesprächen mit der Ukraine unter Vermittlung der EU. Der russische Präsident Wladimir Putin habe in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso solche Dreiergespräche auf Ministerebene zugesagt, teilte die EU-Kommission am Montagabend in Brüssel mit. Russland werde schon bald ein Datum dafür vorschlagen.
Zuvor hatte Moskau die für kommenden Samstag geplanten Verhandlungen in Berlin mit dem Hinweis auf Terminprobleme abgesagt. Dabei soll es unter anderem um Erdgaslieferungen an den Westen gehen. Mehrere Länder, darunter Polen, hatten zuletzt über Unregelmäßigkeiten bei der Gasversorgung geklagt, sich aber dann teils korrigiert.
Links: