Röntgenblick in eine Kulturmaschine

Begutachtungen des Inneren des Kunsthistorischen Museums Wien gehören mittlerweile zur österreichischen Kulturgeschichte. Seit Thomas Bernhards „Alte Meister“ und dem ewig im Bordonesaal vor sich hin sitzenden und sinnierenden Kunsthistoriker Reger steht die Behauptung, man könne nirgends besser über die Scheußlichkeiten der Welt im Allgemeinen und jener Österreichs im Besonderen nachdenken als in dieser Kulturbastion. Wenn der Filmemacher Johannes Holzhausen in die Katakomben des Museums schaut und daraus eine eigentümliche Kinodoku fabriziert, dann will er anders als Bernhard nichts kommentieren. Zwischentöne ergeben sich von selbst, wenn man lange genug zuschaut: dem Kulturbetrieb, der sozialen Machtverteilung – und dem offiziellen Österreich, das mitunter auch aus der Luftpolsterfolie hervorlugt.

Lesen Sie mehr …