Vier globale Systeme geplant
Jahrtausendelang wurde nach den Gestirnen navigiert, schon früh erleichterte auch der Kompass die Orientierung. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts, als die ersten Rundfunkpioniere das Potenzial von elektromagnetischen Wellen zur Standortbestimmung erkannten, gewinnt diese neue Form der Navigation zunehmend an Bedeutung.
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Mit dem Satelliten-Navigationssystem Galileo will Europa die Vormachtstellung des US-Dienstes Global Positioning System (GPS) brechen. Das umstrittene und milliardenschwere Projekt der EU soll in erster Linie für zivile Dienste genutzt werden. Das US-System steht ebenso wie sein russisches Pendant Glonass unter militärischer Kontrolle. Daneben ist China fleißig dabei, mit Compass ein viertes System aufzubauen.
Jahrelange Verzögerungen
Eigentlich sollte Galileo 2008 an den Start gehen. Nun sind die ersten Dienste für 2015 geplant: Das Basissignal für den offenen Dienst, den zum Beispiel Autofahrer nutzen können, das verschlüsselte Signal für Regierungsstellen sowie der Dienst für Such- und Rettungsdienste.
Als Einsatzszenarien nennt die EU den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, zudem Landwirtschaft und Bauindustrie. Auch Behörden sollen das System nutzen. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd benutzen, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger. Im Folgenden ein Überblick über die Entwicklung:
Anfang 20. Jahrhundert: erste Versuche, mit Hilfe der Funkpeilung Positionen zu bestimmen
1943: Die US-Marine beginnt das Loran-System aufzubauen, das durch die Laufzeitdifferenz von zwei Signalen die Position von Schiffen berechnet - das Grundprinzip der Satellitenortung.
1957: US-Wissenschaftler orten die Umlaufbahn des ersten UdSSR-Satelliten „Sputnik“ mit Hilfe von dessen Funksignalen. Sie überlegen, dass dies auch umgekehrt möglich sein sollte.
1960: Die USA startet den ersten Satellit für das weltweit erste Satellitennavigationssystem Transit, das von der US-Marine entwickelt wurde.
1978: Mit „Navstar1“ wird der erste Satellit für das US-Navigationssystem GPS in die Umlaufbahn geschossen.
1982: Der erste Satellit des russischen Navigationssystems Glonass startet.
2000: Mit Beidou 1A beginnt auch China den Aufbau eines eigenen Navigationssystems namens Compass.
2005: Start des ersten Testsatelliten für das europäische Navigationssystem Galileo
2011: Eine russische Sojus-Rakete bringt die ersten beiden funktionsfähigen Galileo-Satelliten in All.
2012: Die Galileo-Satelliten drei und vier werden in ihre Umlaufbahn gebracht.
22. August 2014 Zwei weitere Galileo-Satelliten werden ins All gebracht. Sie werden allerdings nicht in der richtigen Erdumlaufbahn ausgesetzt.
2015: Ein eingeschränkter Betrieb soll ab 2015 möglich sein.
2020: vorgesehener Vollbetrieb von Galileo mit geplanten 30 Satelliten
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