Paris: Schon „vor Monaten“ Waffen für syrische Rebellen
Frankreich hat den syrischen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad schon „vor Monaten“ Waffen geliefert. Die syrischen Rebellen seien damals von Assads Truppen und der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) „in die Zange genommen“ worden, sagte Staatschef Francois Hollande gestern bei einem Besuch auf der französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean zur Begründung.
„Wir konnten die einzigen Syrer, die die Demokratie vorbereiteten (...), nicht ohne Waffen lassen“, sagte Hollande. Details zu den Waffenlieferungen nannte Frankreichs Staatschef nicht, sie entsprächen aber „den Regeln der Europäischen Union“.
Bereits tags davor hatte Hollande in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“ erstmals Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen bestätigt, allerdings nur indirekt. Auf die Frage, warum Frankreich den Kurden im Irak Waffen liefere, nicht aber den syrischen Rebellen, sagte Hollande: „Wer sagt Ihnen denn, dass wir den Rebellen, also der demokratischen Opposition, keine Waffen gegeben haben?“ Details nannte er jedoch nicht.
EU-Länder gespalten
Die Frage von Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen im Kampf gegen Assad hatte die EU-Staaten lange Zeit gespalten. Besonders Großbritannien und Frankreich waren dafür, Deutschland strikt dagegen. Im Mai 2013 wurde ein auslaufendes EU-Waffenembargo gegen Syrien nach schwierigen Verhandlungen nicht verlängert. Damit war der Weg frei für Waffenlieferungen europäischer Staaten an die syrischen Rebellen.
Schon 180.000 Tote im Bürgerkrieg
Seit den Giftgasangriffen vor einem Jahr kamen im syrischen Bürgerkrieg mehr als 70.000 Menschen ums Leben. Das gab die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bekannt.
Die Giftgasattacken auf mehrere Orte nahe der Hauptstadt Damaskus hatten am 21. August 2013 laut einem UNO-Ermittlungsbericht rund 1.400 Menschen getötet, darunter viele Kinder. Der Schreckensherrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Osten des Landes fielen weitere Tausende Menschen zum Opfer.
Die Beobachtungsstelle gibt an, dass insgesamt mehr als 180.000 Menschen seit Ausbruch des Bürgerkrieges im März 2011 starben, rund ein Drittel davon Zivilisten. Rund 68.000 starben im Kampf für das Regime von Assad, 30.000 starben aufseiten der Rebellen und 26.000 weitere aufseiten islamistischer Milizen.