Mombasa: Shabaab bestreitet Verantwortung für Anschlag
Die somalische Shabaab-Miliz hat eine Beteiligung an einem tödlichen Anschlag in der kenianischen Hafenstadt Mombasa bestritten. Der Militärsprecher der radikalislamischen Gruppierung sagte heute, seine Organisation wisse nicht, was am Vortag in Mombasa passiert sei, und sei nicht daran beteiligt. Unbekannte auf Motorrädern hatten dort vier Passanten erschossen und acht weitere verletzt.
Der Militärsprecher Abulasis Abu Musab sagte, die Shabaab-Miliz habe damit nichts zu tun, doch sei alles willkommen, „was dem Regime in Nairobi schadet“. Der Polizei zufolge eröffneten die Täter im Stadtviertel Soweto von Motorrädern aus das Feuer, bevor sie unerkannt entkamen.
Flugblätter geben als Motiv Rache an
Am Tatort fanden sich Flugblätter, in denen es hieß, der Angriff habe dem aus Westkenia stammenden Luo-Volk gegolten und sei aus Rache für die Tötung „unserer Brüder“ in Mpeketoni erfolgt.
Mpeketoni gehört zum rund 300 Kilometer nördlich von Mombasa gelegenen Küstendistrikt Lamu. Dort wurden seit Mitte Juni fast hundert Menschen bei Überfällen getötet. Die Angriffe galten überwiegend Angehörigen des Kikuyu-Volks. Die Shabaab-Miliz übernahm die Verantwortung für mehrere der Anschläge. Sie bezeichnete sie als Vergeltung dafür, dass Kenia sich am internationalen Militäreinsatz gegen ihre Gruppe in Somalia beteiligt.