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„Um Geld zu verdienen“

Der Film- und Fernsehschauspieler James Garner, Star der TV-Serien „Maverick“ und „Detektiv Rockford“, ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Los Angeles eines natürlichen Todes, wie ein Sprecher der Polizei in Los Angeles der Nachrichtenagentur dpa bestätigte.

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1957 nahm ihn das Studio Warner Brothers für die Westernserie „Maverick“, die den stattlichen Schauspieler schnell zum Fernsehstar machte, fest unter Vertrag. Doch weil er schlecht bezahlt wurde, als die Serie bereits ein Riesenhit war, verklagte Garner das mächtige Studio, kündigte seinen Vertrag und hatte mit diesem mutigen Schritt gleich doppelten Erfolg: Er wurde zum Vizepräsidenten der Schauspielergewerkschaft gewählt und erhielt viele Filmangebote.

Bis vor wenigen Jahren vor der Kamera

In den letzten Jahren war Garner noch als Synchronsprecher aktiv. Vor zehn Jahren machte er aber auch noch vor der Kamera eine gute Figur. In dem Liebesdrama „Wie ein einziger Tag“ (2004) spielte er den fürsorglichen Ehemann einer an Alzheimer erkrankten Frau (Gena Rowlands). Hollywoods angesehener Schauspielerverband SAG belohnte das mit einer Nominierung als bester Nebendarsteller.

Zwei Jahre zuvor spielte Garner in dem Frauenfilm „Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern“ den Leinwandvater von Sandra Bullock. Davor mischte er neben Clint Eastwood und Donald Sutherland in „Space Cowboys“ mit. Mit Susan Sarandon und Paul Newman trat er 1998 in dem Detektivstreifen „Im Zwielicht“ auf.

James Garner mit Schauspiel-Kolleginnen Audrey Hepburn und Shirley MacLaine

APA/dpa/UPI

Garner posiert 1961 gemeinsam mit Audrey Hepburn und Shirley MacLaine anlässlich des Films „Infam“ („The Children’s Hour“)

Indianische Wurzeln

Ausdauer und Zähigkeit lernte der 1928 im US-Staat Oklahoma geborene James Baumgarner von klein auf. Seine indianische Mutter starb, als er gerade fünf Jahre alt war. Seinem Vater, einem Tischler deutscher Abstammung, rannte er früh davon und suchte sich Jobs auf den Ölfeldern von Texas, als Holzfäller, Teppichleger, Soldat im Korea-Krieg und als Model für Badehosen.

Schauspielerei war für Garner „nur ein Job“, den er nach eigener Überzeugung auch nicht lernen musste. „Ich suchte mir dieses Geschäft aus, um Geld zu verdienen. Mir ging es nicht darum, ein Star zu werden. Ich wollte einfach nur arbeiten“, zitierte ihn der Filmdienst Imdb.com.

Mit Marlon Brando und Doris Day zum Erfolg

Bekannte in Hollywood besorgten ihm dort die ersten kleinen Rollen. 1957 nahm ihn das Studio Warner Brothers für die Westernserie „Maverick“ fest unter Vertrag - trotz des darauf folgenden Gagenstreits war damit der Grundstein für die Karriere Garners gelegt. Die ersten Leinwanderfolge feierte er 1959 an der Seite von Marlon Brando mit „Sayonara“ und in den 1960er Jahren in den Doris-Day-Streifen „Eine zu viel im Bett“ und „Was diese Frau so alles treibt“. Mit Elke Sommer drehte er die Komödie „Bei Madame Coco“, gleich danach kämpfte er mit Sidney Poitier in dem brutalen Western „Duell in Diablo“.

Bei den Dreharbeiten zu „Grand Prix“ (1966) entdeckte er seine Leidenschaft für schnelle Rennwagen, mit denen er häufig Unfälle baute und mehrmals nur knapp dem Tod entkam. In den 1970er Jahren wurde er noch einmal als Fernsehstar gefeiert. In der TV-Serie „Detektiv Rockford - Anruf genügt“ löste er unzählige Fälle, dabei kamen ihm prominente Gäste wie Lauren Bacall, Tom Selleck, Larry Hagman und Linda Evans zu Hilfe.

Vom Revolverhelden zum Sheriff

Eine Oscar-Nominierung holte sich der Schauspieler 1985 an der Seite von Sally Field in dem Streifen „Die zweite Wahl - Eine Romanze“. In den 1990er Jahren war er in der Kinoversion seines TV-Hits „Maverick“ zu sehen. Dabei überließ Garner aber Mel Gibson die Titelrolle des Revolverhelden, während er selbst einen betagten Sheriff spielt.

Das Image vom konservativen Gesetzeshüter und Frauenheld stimmte allerdings nur auf der Leinwand. Seit 1956 war Garner mit derselben Frau zusammen. Der engagierte Demokrat hatte Lois Clarke auf einer politischen Kundgebung kennengelernt und zwei Wochen später geheiratet.

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