Drei Flugzeuge abgeschossen
Ein russischer Kampfjet hat nach Angaben der ukrainischen Armee gestern Abend ein Kampfflugzeug der Ukraine über ukrainischem Staatsgebiet abgeschossen. Nicht klar ist, ob das russische Flugzeug dabei über russischem oder ukrainischem Gebiet war.
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Das Flugzeug vom Typ Suchoi Su-25 habe sich über der Ostukraine befunden, wo Regierungstruppen militärisch gegen prorussische Separatisten vorgehen, erklärte ein Armeesprecher am Donnerstag. Der Pilot habe mit Hilfe des Schleudersitzes überlebt. Andrej Lissenko vom Nationalen Rat für Sicherheit und Verteidigung sprach von einer „erneuten Provokation“.
Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin wies die Vorwürfe zurück. „Wir haben das nicht getan“, sagte er am Donnerstag am Sitz der Vereinten Nationen (UNO). Das russische Verteidigungsministerium nannte entsprechende Vorwürfe der Ukraine „absurd“, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete.
Zwei weitere Abschüsse seit Montag
Erst am Montag hatte Kiew dem Nachbarland vorgeworfen, eine Militärmaschine vom Typ AN-26 abgeschossen zu haben. Das Transportflugzeug sei vermutlich in großer Höhe getroffen worden, erklärte das Militär. Ungeklärt ist, ob die Rakete vom Boden oder aus der Luft abgeschossen wurde, hieß es zuletzt.
Vier der acht Besatzungsmitglieder des Transportflugzeugs konnten laut Militär lebend gerettet werden, zwei wurden von den Separatisten gefangen genommen, und zwei kamen bei dem Absturz ums Leben. Am Mittwoch wurde zudem eine weitere SU-25 von einer Bodenrakete von prorussischen Separatisten getroffen. Der Pilot konnte das nur leicht beschädigte Flugzeug laut Angaben aber selber zu Boden bringen.
Separatisten bekennen sich zu Abschüssen
Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine bekannten sich laut Nachrichtenagentur zu dem Abschuss der drei Flugzeuge. Sie sprachen zudem von neuen Kampferfolgen und Landgewinnen gegen die ukrainischen Regierungstruppen. In den Gebieten Lugansk und Donezk seien einzelne Stadtteile und Ortschaften wieder unter Kontrolle der Aufständischen, teilten die prorussischen Kräfte am Donnerstag mit. Die Regierungstruppen seien zurückgedrängt worden.
Eine Bestätigung dafür gab es in Kiew zunächst nicht. Bei den Kämpfen habe es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben, teilten beide Seiten mit. Konkrete Zahlen lagen zunächst nicht vor. „Wir wissen, dass es Verluste gibt. Die Kämpfe dauern an. Unsere Leute halten sich. Aber es ist sehr schwer“, sagte Lissenko.
Kiew fordert Bürger zur Selbstwehr auf
Das Innenministerium in Kiew rief die Bürger in Donezk und Lugansk erstmals auf, sich selbst gegen die Aufständischen zur Wehr zu setzen. Es verwundere ihn, dass sich in einer Millionenstadt wie Donezk, in der „starke Männer, Bergarbeiter, mutige Menschen“ leben, niemand den bewaffneten Eindringlingen entgegenstelle, sagte Berater Sorjan Schkirjak. Er hoffe, dass sich der Widerstand von Patrioten im Inneren bilde, um der Armee bei der Befreiung der Stadt Donezk zu helfen.
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern haben sich in dieser Woche auch verschärft, weil in einer russischen Grenzstadt ein Mann durch eine Granate getötet wurde. Russland machte dafür die ukrainischen Truppen verantwortlich, während die Regierung in Kiew erklärte, Rebellen hätten die Granate abgeschossen. Diese wollten den Angriff der Armee zuschreiben.
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