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Bei TV-Auftritt gehinkt

Fernsehbilder, die Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hinkend zeigen, haben Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst. Bei der Gedenkfeier zum 20. Todestag seines Großvaters und Staatsgründers Kim Il Sung hatte der Diktator offensichtlich motorische Probleme.

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Die live vom Staatsfernsehen übertragene Zeremonie begann mit dem Einzug Kims in eine riesige Konferenzhalle, in der er von Tausenden Partei- und Militärvertretern mit stehendem Applaus begrüßt wurde. Dabei zog er auf dem Weg zu seinem Platz ein Bein nach.

Nordkoreanischer Machthaber Kim Jong Un

APTN

Kim Jong Un verließ die Veranstaltung ohne Rede

Als er die halbstündige Veranstaltung später verließ, ohne das Wort ergriffen zu haben, stoppte das Fernsehen die Übertragung. Gerade dieses überstürzte Abschalten der Übertragung in Kombination mit dem gesundheitlich angeschlagenen Kim ist Grund für viele Spekulationen. Die Mutmaßungen reichen dabei von einer Sportverletzung - Kim gilt als leidenschaftlicher Basketballspieler - bis zu einem Schlaganfall, an dem sein Vater Kim Jong Il 2011 gestorben war.

Gerüchte über Gesichtsoperation

In südkoreanischen Medien wird regelmäßig über Kims Gesundheit spekuliert. Mit großem Aufwand werden Auftreten, Körpersprache und Sprache von Experten analysiert. Dadurch erhofft man sich Hinweise auf eventuelle Veränderungen im Machtgefüge Nordkoreas. Demnach hat der Diktator zuletzt an Gewicht zugelegt, wie Bilder von der Konferenz der Arbeiterpartei im Frühjahr dieses Jahres belegen sollen.

Nordkoreanischer Machthaber Kim Jong Un

APA/EPA/Rodong Sinmun

Kim bei der Konferenz der Arbeiterpartei

Auch trägt Kim auf den Fotos eine Brille, was Experten als Versuch werten, das Erscheinungsbild seines Großvaters Kim Il Sung zu imitieren. Ebenfalls für Aufmerksamkeit gesorgt hat im Nachbarland eine Narbe auf der Stirn des Machthabers. Gerüchteweise soll er sich einer Gesichtsoperation unterzogen haben, um zum Ebenbild seines Großvaters zu werden.

Auch Kim Jong Il hinkte drei Jahre vor seinem Tod

Kim Jong Uns Vater Kim Jong Il bestritt seinen ersten Auftritt vor Publikum nach langer Abwesenheit aus der Öffentlichkeit im Jahr 2008 ebenfalls hinkend. Ursache soll ein Schlaganfall gewesen sein. Er starb 2011 im Alter von 69 Jahren. Der als Staatsgründer der Demokratischen Volksrepublik Korea verehrte Kim Il Sung starb im Alter von 82 Jahren an einer Herzerkrankung. Seit den Tagen Kim Il Sungs wird um die Herrscherfamilie ein unvergleichlicher Personenkult zelebriert.

Über Kim Jong Un ist wenig bekannt. Selbst sein genaues Geburtsjahr ist umstritten. Medien zufolge ist er zwischen 30 und 32 Jahre alt. Er ist mit Ri Sol Ju verheiratet. Unbestätigten Berichten zufolge soll das Paar schon eine gemeinsame Tochter, Ju Ae, haben.

Die Diktatur Nordkorea

In dem knapp 123.000 Quadratkilometer großen Norkorea ist die Verletzung der Menschenrechte an der Tagesordnung. Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit stehen wie andere Grundrechte zwar in der Verfassung, gelten aber praktisch nicht. Angehörige aller Religionen werden erbarmungslos verfolgt. Oppositionsparteien sind ebenso unbekannt wie freie Medien. Was vom Machtapparat als Kritik an der Staatsspitze aufgefasst wird, hat jahrelange Lagerhaft für die ganze Familie zur Folge. Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der politischen Gefangenen auf 200.000 - bei etwa 24,7 Millionen Einwohnern.

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