Kubas Staatschef enttäuscht über mageres Wachstum
Kubas Staatschef Raul Castro hat sich vor dem Parlament in Havanna enttäuscht über die wirtschaftliche Entwicklung in seinem Land geäußert. „Das Resultat stellt uns nicht zufrieden“, sagte er gestern vor den Abgeordneten, die zu ihrer halbjährlichen Sitzung zusammengekommen waren. „Aber es entmutigt uns auch nicht“, sagte der 83-jährige Staatschef.
Dabei bezog er sich auf das geringe Wirtschaftswachstum, das in diesem Jahr voraussichtlich 1,4 Prozent betragen wird - der niedrigste Wert seit 2009. Angestrebt war ein Plus von 2,2 Prozent.
Durchschnittslohn bei 15 Euro im Monat
Kuba ist der einzige kommunistische Staat auf dem amerikanischen Kontinent. Anders als etwa Vietnam und China lehnt die Staatsführung in Havanna die Einleitung marktwirtschaftlicher Reformen ab und bleibt der Planwirtschaft treu. Der monatliche Durchschnittslohn eines Arbeiters in Kuba beträgt umgerechnet rund 20 US-Dollar (15 Euro).
Obwohl das Land über weite landwirtschaftlich nutzbare Flächen verfügt, muss Kuba den weitaus größten Teil der Lebensmittel für seine elf Millionen Einwohner importieren. Dafür werden Milliardenbeträge in harten Devisen ausgegeben.
Zeitpunkt der Währungsreform nicht bekannt
Ein Problem ist die Existenz zweier offizieller Währungen, des kubanischen Peso und des Peso convertible, der in seinem Wert an den Dollar gekoppelt ist. Die kubanische Regierung hat versprochen, das seit zwei Jahrzehnten bestehende System, das als Ursache für viele soziale Ungerechtigkeiten genannt wird, abzuschaffen, aber keinen Zeitplan genannt.