UNHCR: Dutzende Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst
Im Mittelmeer werden laut UNO-Angaben 75 Flüchtlinge vermisst, die nach Europa gelangen wollten. Die italienischen Marine habe vor der Küste ein havariertes Schiff entdeckt und von diesem 27 Menschen retten können, teilte das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) heute mit.
Die Überlebenden der Aktion von gestern hätten berichtet, dass ursprünglich 75 weitere Menschen mit ihnen gereist seien. Sie würden nun als „auf See vermisst“ betrachtet.
Die italienische Marine brachte allein am Wochenende mehr als 5.000 Bootsflüchtlinge in Sicherheit, die über das Mittelmeer in Richtung Europa unterwegs waren. Damit stieg die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr aus Nordafrika kommend in Italien eintrafen, auf mehr als 63.000.
Renzi fordert Hilfe von Europa
Angesichts der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer forderte der italienische Regierungschef eine engere Zusammenarbeit der EU-Staaten untereinander sowie der EU mit den Herkunftsländern. Italien sei das Mitgliedsland mit den meisten Küstenkilometern, das schaffe Probleme.
Nachdem im Jahr 2013 bei verschiedenen Flüchtlingsdramen mehr als 400 Menschen ertrunken waren, hat die italienische Marine die Operation „Mare Nostrum“ gestartet, mit der ein rechtzeitiges Auffinden Schiffbrüchiger gewährleistet werden soll.