Israel veröffentlicht Notruf von entführtem Jugendlichen
Nach Aufhebung der Nachrichtensperre haben israelische Medien erstmals den Notruf veröffentlicht, den einer der drei getöteten Jugendlichen kurz nach seiner Entführung abgesetzt hatte.
„Ich bin entführt worden“, flüstert eine Stimme zu Beginn der Aufnahme. Danach sind Schreie zu hören und eine Stimme mit arabischem Akzent mahnt: „Kopf runter! Hände runter!“ Anschließend ist ein Geräusch zu hören, das an Schüsse erinnert. Ein Teil der Aufnahme ist weiterhin unter Zensur.
Die Polizisten, die den Notruf angenommen hatten, waren von einem Scherzanruf ausgegangen. Vier Polizisten wurden deshalb suspendiert. Die seit dem 12. Juni vermissten Jugendlichen Gilad Schaer, Naftali Fraenkel und Ejal Jifrah waren gestern Abend tot aufgefunden worden.
Tausende bei Begräbnis
Zu der Beerdigung der drei Talmudschüler strömten heute Zehntausende Menschen auf einen Friedhof der Stadt Modiin in Zentrum des Landes. Die Fernseh- und Radiosender unterbrachen ihr reguläres Programm und übertrugen die Trauerfeier. „Dies ist zu einem spontanen Tag der nationalen Trauer geworden“, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Währenddessen kam es in Ostjerusalem zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Wie Augenzeugen berichteten, versuchten Hunderte Menschen unter „Tod den Arabern“-Rufen einen Markt im Osten der Stadt zu stürmen. Laut Medienbreichten wurden sie von der Polizei davon abgehalten.
Israel startet Luftangriffe auf Gaza
Israels Regierung kündigte eine harte Reaktion gegen die radikalislamische Hamas an. Zwei Hamas-Aktivisten sind laut israelischen Angaben hauptverdächtig, die Jugendlichen entführt zu haben.
Eine Entscheidung wurde aber auf heute Abend - nach dem Begräbnis der drei Mordopfer - vertagt. In der Nacht griff Israel Dutzende Ziele der Hamas und des Islamischen Dschihad an - das allerdings vor allem als Reaktion auf den seit Tagen andauernden Raketenbeschuss Südisraels vom Gazastreifen aus.
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