Schwere Überschwemmungen im Norden
Schon eine Woche vor dem verheerenden Erdrutsch in der Provinz Badachschan haben Überschwemmungen nach schweren Regenfällen im Norden Afghanistans Dutzende Menschen das Leben gekostet.
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Die Behörden in der Provinz Dschosdschan meldeten 40 Tote, darunter zahlreiche Kinder. In der Nachbarprovinz Fariab kamen nach offiziellen Angaben 30 Menschen ums Leben, in der Provinz Sar-i-Pul starben weitere sechs Menschen. Insgesamt gab es mehr als 100 Todesopfer.
Flucht vor dem Wasser
Dschosdschans Vizegouverneur Abdul Rahman Mahmudi sagte: „Eine solche Flut hat es in den vergangenen 30 Jahren nicht gegeben.“ Allein in der Provinzhauptstadt Schebergan seien 26 Leichen gefunden worden, darunter die von 15 Kindern.
Er selbst habe neun vollständig zerstörte Dörfer in einem Distrikt gesehen. Auch in Fariab wurden nach Angaben der Provinzregierung zahlreiche Dörfer zerstört. 7.000 Menschen mussten nach Angaben der Behörden wegen der Wassermassen ihre Häuser verlassen.
Schwere Zerstörungen auch 2012
Tausende Tiere kamen um, Ackerflächen und Straßen wurden zerstört. Mahmudi sagte, die Armee habe zwei Hubschrauber ins Katastrophengebiet geschickt. Das reiche aber nach seiner Einschätzung nicht aus. Straßen in der Gegend seien unpassierbar.
Der Norden Afghanistans wird praktisch jedes Frühjahr von Sturzfluten heimgesucht, die von schweren Regenfällen und der Schneeschmelze in den Bergen ausgelöst werden. Besonders schlimm war es zuletzt 2012, als die Wassermassen die Region verwüsteten. Durch die starke Schneeschmelze im Pamir-Gebirge wurden ganze Landstriche überschwemmt. Auch damals waren Dutzende Tote zu beklagen.