Opferzahlen völlig unklar
Nach einer Schlammlawine in der nordafghanischen Provinz Badachschan werden Behördenangaben zufolge mehr als 2.000 Tote befürchtet. Das sagte Naveed Ferotan, Sprecher des Provinzgouverneurs, am Freitag. 150 Leichen seien schon geborgen worden. Zunächst war noch von 250 befürchteten Opfern gesprochen worden.
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Vermisst werden laut offiziellen Angaben 2.100 Menschen. Die Schlammlawine sei am Freitag von schweren Regenfällen ausgelöst worden. 300 Häuser und große Flächen Ackerland seien zerstört worden. Rettungskräfte seien unterwegs in die Gegend.
Angaben höchst unterschiedlich
Die Angaben waren zunächst höchst unterschiedlich. Der Gouverneur des Distrikts Argu, Hadschi Abdul Wadud Saidi, sagte, die Schlammlawine habe eine Hochzeitsgesellschaft mit sich gerissen: „Die Schlammlawine hat als Erstes eine Hochzeitsfeier getroffen. Dabei sind 250 Menschen gestorben.“ Danach habe die Lawine am Freitagnachmittag „fast das gesamte Dorf“ unter sich begraben.

APA/ORF.at
Die BBC berichtete unter Berufung auf Korrespondenten, dass insgesamt 1.000 Häuser betroffen seien. 300 bis 400 davon seien nach dem Hangrutsch komplett verschüttet worden.
Lage unübersichtlich
Die Vereinten Nationen (UNO) gehen von mindestens 350 Toten aus. Das teilte die UNO-Mission in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit. Laut dem afghanischen Krisenzentrum lag die Zahl der Vermissten bei bis zu 500 Menschen. Das genaue Ausmaß der Tragödie war wegen der unübersichtlichen Lage jedenfalls noch unklar. „Die Netzverbindung in diesem Teil der Provinz ist schlecht“, sagte Vizegouverneur Gul Mohammed Baidaar zu den existierenden Kommunikationsmöglichkeiten.

AP/Ahmad Zubair
Bilder der Zerstörung
Obama spricht von Tragödie
US-Präsident Barack Obama sprach in einer ersten Reaktion von einer „fürchterlichen Tragödie“. Bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Washington bot er den afghanischen Behörden Unterstützung an.
Auch die NATO nahm Kontakt zur afghanischen Armee auf, wie die UNO-Mission in der afghanischen Hauptstadt Kabul mitteilte. Das UNO-Büro zur Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) helfe den örtlichen Behörden bei der Koordination ihrer Hilfsbemühungen.
Sogar Schaufeln fehlen
Laut BBC gehen die schweren Regenfälle weiter, man befürchte weitere Schlammlawinen. Die Suche nach Überlebenden gestalte sich schwierig. Provinzgouverneur Shah Waliullah sagte der Nachrichtenagentur AP, die Einsatzkräfte hätten nicht genug Werkzeug. Angesichts der Größe des Erdrutsches brauche man schweres Gerät. Doch man habe sogar zu wenige Schaufeln.

AP/Ahmad Zubair
Teil des Ortes sind unter Erdmassen begraben
Badachschan liegt an der Grenze zu Pakistan, Tadschikistan und China im äußersten Nordosten Afghanistans. In der Gebirgsprovinz kommt es im Frühjahr oft zu schweren Überschwemmungen, im Winter wird das Land regelmäßig von schweren Lawinenunglücken heimgesucht. 2012 starben binnen weniger Tage bei zwei Abgängen rund 100 Menschen.
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