Riesiges Kaltwasserkorallensystem entdeckt
Ein internationales Forscherteam hat im südlichen Golf von Mexiko eines der weltweit größten der bisher bekannten Kaltwasserkorallenriffe entdeckt. Das teilte das beteiligte Zentrum für marine Umweltwissenschaften der Uni Bremen gestern mit.
Die Forscher fanden auf der Campeche-Bank nahe der Halbinsel Yucatan in 500 bis 600 Meter Tiefe bis zu fünfzig Meter hohe Korallenhügel auf einer Fläche von mehr als vierzig Quadratkilometern. Ökosysteme dieser Art wurden bereits mehrere entdeckt, etwa in Norwegen, verschiedenen Regionen des Mittelmeers und bei den Bahamas.
Wie alt das Riff im Golf von Mexiko ist, konnten die Forscher zunächst nicht sagen. Die Höhe der Hügel lasse nicht direkt auf das Alter schließen. „Dazu bedarf es weitergehender Untersuchungen“, sagte Forschungsleiter Prof. Dierk Hebbeln.
Die oberen Bereiche der Hügel sind lebendig, berichteten die Forscher. Dort leben etwa Seeigel, Schnecken und Seelilien. Darunter befinden sich abgestorbene Korallenskelette, in denen Glasschwämme und Seeanemonen leben. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Biogeosciences“ veröffentlicht.