Unter Schneemassen begraben
Eine Lawine auf dem Mount Everest hat am Freitag mindestens zwölf Menschen in den Tod gerissen. Bei allen Opfern handle es sich um einheimische Träger, die vor dem Start der Klettersaison unterhalb des Gipfels für internationale Expeditionen arbeiteten, teilten die nepalesischen Behörden mit.
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Es ist das bisher schwerste Unglück auf dem Mount Everest. Eine Lawine habe die Gruppe am frühen Freitagmorgen oberhalb des Basislagers auf dem höchsten Berg der Welt erfasst, sagte Dipendra Poudel vom Touristenministerium. Sieben Menschen seien verletzt worden.

APA/Margret Schmitt; ORF.at
Nach dem Lawinenabgang seien mehrere Helikopter zur Unfallstelle zwischen Camp eins und Camp zwei geschickt worden, sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums in Kathmandu. Auch mehrere Berghelfer seien aufgestiegen, um auf dem Berg nach Überlebenden zu suchen.

Corbis/Hemis/Franck Guiziou
Basislager auf dem Mount Everest auf über 5.000 Meter Höhe
Vermisstenzahl weiter unklar
Über hundert Bergsteiger und Träger sollen nun laut dem Bergsteigerblog Alanarnette.com oberhalb des Lawinenabgangs von den Camps abgeschnitten sein. „Weitere Menschen werden noch vermisst, aber wir wissen nicht genau, wie viele“, sagte Poudel. Die meisten Opfer stammten aus der Region rund um den Mount Everest und hätten für die internationalen Expeditionen gearbeitet, die derzeit im Basislager auf rund 5.400 Meter auf den Aufstieg warten.
Die Lawine löste sich nach Angaben des Sprechers gegen 6.45 Uhr (Ortszeit) auf einer Höhe von 5.800 Metern im sogenannten Popcorn-Feld, das auf der Route zum tückischen Khumbu-Eisfall liegt.
Dutzende passierten gefährlichen Streckenabschnitt
Zwei der Todesopfer gehörten zur Agentur Himalaya Climbing Guides Nepal, wie deren Verantwortlicher Bhim Paudel sagte. „Als unsere Leute das Basislager verlassen haben, hat es nicht geschneit, das Wetter war außergewöhnlich gut“, sagte er. Vor dem Lawinenabgang hätten Dutzende Träger anderer Agenturen diesen gefährlichen Streckenabschnitt passiert. „Wir dachten, wir folgen ihnen, wir haben keine Warnung erhalten.“
Der Unfall unterstreicht die Gefahr, denen die einheimischen Bergführer ausgesetzt sind, wenn sie sich vor Saisonbeginn zur Reparatur von Leitern und zum Befestigen von Seilen auf die mächtigen Berge begeben.
Immer wieder Bergopfer
Der Mount Everest ist mit 8.848 Metern der höchste Berg der Welt. Jährlich nehmen Hunderte Bergsteiger den strapaziösen Aufstieg zum „Dach der Welt“ in Angriff. Mehr als 300 Alpinisten kamen dabei bisher ums Leben. Das bisher schwerste Unglück ereignete sich 1996, als acht Bergsteiger in einem Schneesturm ums Leben kamen.
Den großen Andrang auf dem Mount Everest betrachten viele inzwischen mit Sorge. Für diesen Sommer haben die örtlichen Behörden 734 Menschen eine Genehmigung für den Aufstieg auf den Everest ausgestellt, 400 davon sind Bergführer. Um den Andrang zu bewältigen und das Risiko zu verringern, beschlossen die Behörden, die Zahl der Seile an den Gletschern unterhalb des Gipfels zu verdoppeln. In den Basislagern sorgen seit Anfang April Soldaten und Polizisten für Ruhe und Ordnung - im vergangenen Jahr hatten sich einheimische Träger und europäische Alpinisten eine Prügelei geliefert.
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