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Löscharbeiten könnten noch Tage dauern

Valparaiso mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen, steilen Zahnradbahnen und Häusern aus dem 19. Jahrhundert gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO - durch die Feuersbrunst der vergangenen Tage sind nun weite Teile der chilenischen Hafenstadt zerstört oder liegen unter einer dicken Ascheschicht. Auch am Montag kämpften Tausende Feuerwehrleute und Soldaten gegen den Brand mit zahlreichen Toten.

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Der chilenische Verteidigungsminister Jorge Burgos sprach im Sender Radio Cooperativa von einem „ständigen Ausnahmezustand“. Er äußerte zugleich die Hoffnung, dass die Feuersbrunst innerhalb von 48 bis 72 Stunden unter Kontrolle sein könnte. Durch heftige Windstöße und die brütende Hitze drohten Brandherde immer wieder angefacht zu werden.

Wind wirbelt heiße Asche durch Stadt

Die heiße Asche, die der Wind über der Stadt verteilte, führte bei vielen Menschen zu Atemproblemen, vor allem bei Kindern und älteren Menschen. Die engen Straßen und die hügelige Anlage der Stadt behinderten zudem die Löscharbeiten. Diese könnten noch bis zu zwanzig Tage andauern, erklärte am Montag der Chef der Waldwirtschaftskommission CONAF, Alfredo Mascareno, dem Sender Radio Cooperativa.

Frau blickt auf die Rauchschwaden während sie das Dach ihres Hauses löscht

APA/EPA/EFE/Felipe Trueba

Brandgefahr: Eine Frau sprüht Wasser auf das Dach ihres Hauses

Rund 2.000 Häuser zerstört

Innenminister Rodrigo Penailillo teilte mit, die Flammen hätten bereits 850 Hektar Land und rund 2.100 Häuser zerstört. Rund 11.000 Menschen wurden obdachlos. Insgesamt kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. „Es ist wahrscheinlich der schlimmste Brand in der Geschichte von Valparaiso“, erklärte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet. Sie sprach von einer „schrecklichen Tragödie“ und sagte eine für Dienstag geplante Reise nach Argentinien ab.

Auf sechs der 42 teils schwer zugänglichen Hügel der Hafenstadt breitete sich die Feuerwalze rasch aus. Besonders betroffen waren die aus Holzhäuschen bestehenden Armenviertel der Stadt, wie Cerro Mariposa und Cerro La Cruz. „Mein Haus brennt lichterloh. Wir haben nur die Kleidung schnappen können und sind geflohen“, sagte Einwohner Sergio Munoz der Zeitung „El Mercurio“ (Onlineausgabe). „Jetzt hoffen wir auf Gottes Hilfe.“ Nach Medienberichten sind unter den Toten mehrere ältere Menschen, die ihre Häuser nicht rechtzeitig verlassen konnten.

Feuer auf Müllhalde ausgebrochen

Das Feuer war am Samstagnachmittag (Ortszeit) auf einer 30 Hektar großen Müllhalde an der 14 Kilometer langen Autobahn von Placilla nach Valparaiso ausgebrochen. Als mögliche Auslöser des Feuers wurden nach Augenzeugenangaben zwei Truthahngeier genannt, die sich auf einer Hochspannungsleitung niederließen.

Nach Angaben der Brandermittler habe der Wind zwei Kabel aneinandergebracht, die Geier seien dabei verbrannt, und die entstandenen Funken hätten die trockenen Blätter am Boden entzündet, berichtete „El Mercurio“. Die Polizei habe die beiden toten Vögel gefunden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte indessen, dass sie dieser Theorie als möglicher Ursache nachgehe. Erste Erkenntnisse schlössen Brandstiftung jedenfalls aus, teilte Innenminister Rodrigo Penailillo via den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Doch der Chef des Notdienstes ONEMI, Guillermo de la Maza, vermutet Brandstiftung: „Es hat hier eine menschliche Handlung gegeben, und das untersuchen wir jetzt.“ De la Maza betonte, dass es am Brandherd keine Kabelleitung gebe, was der Geier-Theorie widerspricht.

Mit Asche bedecktes Kochgeschirr

APA/EPA/EFE/Felipe Trueba

Hausrat unter einer dicken Ascheschicht - Tausende Häuser sind abgebrannt

Historisches Zentrum vorerst verschont

Lautsprecherwagen fuhren durch die Straßen und gaben Adressen von Aufnahmezentren durch, andere boten Kleidung und Lebensmittel an. Es roch nach verbranntem Holz. Das historische Zentrum der 270.000-Einwohner-Stadt blieb zunächst von den Flammen verschont. Ein Übergreifen des Feuers auf die dortigen Häuser hätte ein Weltkulturerbe zerstört.

Die UNESCO nahm die historische Altstadt mit ihren vielen Kirchen, Bauten aus dem 19. Jahrhundert und malerischen Treppenvierteln 2003 in die Liste der Weltkulturerbestätten auf. Die Kolonialstadt liegt 120 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Santiago und wird jährlich von Tausenden chilenischen und ausländischen Touristen besucht. Auf einem der 44 Hügel von Valparaiso liegt das Haus des 1973 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda, heute ein Museum.

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