Fahnen auf halbmast in Kolumbien
Nach dem Tod des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez hat Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. An allen öffentlichen Gebäuden sollten die Flaggen auf halbmast gesetzt werden, sagte Santos am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer kurzen Fernsehansprache.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Ganz Kolumbien sei in Trauer, weil „der am meisten bewunderte und geliebte Mitbürger aller Zeiten von uns gegangen ist“, so Santos. Garcia Marquez war am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Mexiko-Stadt gestorben, wo er seit Jahrzehnten lebte.
Trauerfeier in Mexiko
Mexiko gedenkt Garcia Marquez’ mit einer nationalen Trauerfeier. Die Ehrung finde am Montag im Palast der Schönen Künste in Mexiko-Stadt statt, kündigte der Präsident der staatlichen Kulturbehörde Conaculta, Rafael Tovar y de Teresa, am Donnerstag an.
Bürgermeister Miguel Angel Mancera hatte den Tod des kolumbianischen Autors zuvor als großen Verlust für Mexiko und die Welt bezeichnet. Staatspräsident Enrique Pena Nieto schrieb auf Twitter: „Er wurde in Kolumbien geboren, aber für Jahrzehnte hat er Mexiko zu seiner Heimat gemacht. Er hat unser Leben bereichert.“ Garcia Marquez lebte mit Unterbrechungen seit den 1960er Jahren in Mexiko.
Vargas Llosa: Großer Schriftsteller
Auch der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa zeigte sich von Garcia Marquez’ Tod betroffen. „Ein großer Schriftsteller ist gestorben. Seine Romane werden ihn überleben und überall auf der Welt weiterhin Leser gewinnen“, sagte Vargas Llosa der Zeitung „El Comercio“. Garcia Marquez und Vargas Llosa pflegten zu Lebzeiten ein wechselhaftes Verhältnis. Die beiden Nobelpreisträger waren einst enge Freunde und verhalfen der lateinamerikanischen Literatur gemeinsam zu Weltruhm. Später überwarfen sich die Kollegen allerdings, bei einer Filmvorführung 1976 in Mexiko-Stadt kam er sogar zu einer Schlägerei zwischen den beiden.
Unterschiedliche politische Ansichten vertieften den Graben. Während Garcia Marquez eine enge Freundschaft zu Fidel Castro pflegte, wurde Vargas Llosa schon früh zu einem der schärfsten Kritiker der kubanischen Revolution. In einer Brandrede auf dem New Yorker PEN-Kongress 1986 beschimpfte er seinen einstigen Weggefährten als „Höfling Castros“.
Stars nehmen Abschied
„Es ist schwer, von dir Abschied zu nehmen, nach all dem, was du uns gegeben hast“, schrieb Popikone Shakira auf ihrer Website. „‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ - Gabriel Garcia Marquez, das werden wir nie vergessen“, schrieb US-Schauspieler James Franco beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Ruhe in Frieden“, kondolierte die Schauspielerin Mia Farrow in einem Tweet. Sie empfinde Ehrfurcht und Dankbarkeit. Auch Kollegin Rose McGowan gab auf Twitter ihre Trauer kund. „Seine Worte haben mich zu magischen Orten gebracht“, schrieb die Schauspielerin und Sängerin. Der kolumbianische Sänger Juanes sagte in einem Tweet, dass der Größte gegangen sei - „aber eine unsterbliche Legende bleibt“.
Familie will Beisetzung in Kolumbien
Marquez’ Familie wünscht eine Beisetzung in Kolumbien. „Gabito kommt aus Kolumbien, daran besteht kein Zweifel. Sie müssen ihn hierher bringen“, sagte seine Schwester Aida am Donnerstag Reportern in Barranquilla.
Ihr Bruder sei ein einfacher und demütiger Mensch mit einem großen Herz gewesen, sagte Aida. „Er war der große Bruder für uns, nachdem unsere Eltern gestorben sind. Er hat uns nie etwas verwehrt. Er war sehr gut zu uns.“ Aida Garcia Marquez veröffentlichte im vergangenen Jahr ein Buch mit Familiengeschichten über ihren berühmten Bruder.
Links: